Krankheitsbild
Eine Aktinomykose oder Strahlenpilzkrankheit ist eine seltene entzündliche Hauterkrankung. Sie wird nicht, wie der Name vermuten lässt, durch Pilze verursacht, sondern durch bestimmte Bakterien, sogenannte Aktinomyceten und Begleitbakterien. Diese verursachen eitrige Hautentzündungen, die oft mit Abszessen, Narbenbildung sowie der Ausbildung von Fisteln einhergehen.
Symptome / Verlauf
Eine Infektion mit Aktinomyceten führt zu derb-knotigen bis eitrigen Entzündungen. Häufig kommt es zu Abszessen und Narbenbildung. Auch die Ausbildung von Fisteln ist möglich. Dabei handelt es sich um unnatürliche Eitergänge. Typisch für eine Aktinomykose sind zudem kleine, gelbliche, feste Körnchen im Eiter, sogenannte Drusen.
Zwischen dem Eindringen der Erreger und dem Auftreten erster Symptome liegen ungefähr vier Wochen. Die Infektion beginnt häufig tief im Bereich des Unterkiefers und breitet sich dann nach aussen zur Haut aus. Sie zeigt sich dann zum Beispiel oft im Bereich des Kieferwinkels am Hals. Daneben können aber auch andere Körperbereiche betroffen sein, zum Bespiel der Darm, Gebärmutter und Eileiter oder die Lunge. Mögliche Begleitsymptome sind Fieber und Schmerzen an der betroffenen Stelle.
Folgen / Komplikationen
Hauptkomplikation ist die Fistelbildung. Durch diese Gänge in der Haut können die Erreger in den Blutkreislauf gelangen und sich im ganzen Körper ausbreiten. Die Krankheit verläuft meist chronisch und es besteht eine hohe Rezidivrate, das heisst, es kommt immer wieder zu Entzündungen.
Ursachen / Risikofaktoren
Aktinomyceten sind eigentlich harmlose Stäbchenbakterien, die zum normalen Bakterienbestand unserer Mundschleimhaut sowie anderen Körperregionen wie Darm und Vagina gehören. Meist gelangen sie durch eine Schleimhautverletzung im Mundbereich oder defekte Zähne in tiefere Gewebeschichten und führen dort gemeinsam mit anderen Bakterien zu Entzündungen. Die Krankheit ist nicht ansteckend.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Die Krankheit heilt in der Regel nicht von selbst wieder ab. Die Behandlung besteht in einer Antibiotikatherapie, die Wochen bis Monate dauern kann. Bei ausgedehnten Entzündungsherden werden diese operativ eröffnet und entfernt.
Das kann man selbst tun: Auffällige Hautveränderungen sollten immer einem Arzt gezeigt werden.Quellenangabe:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.