Krankheitsbild
Das Erysipel ist eine deutlich begrenzte bakterielle Entzündung der Haut, die sich oft an Gesicht oder Beinen entwickelt. Die betroffene Region ist stark gerötet, überwärmt und druckempfindlich. Meist beginnt die Erkrankung plötzlich und kann den Allgemeinzustand deutlich beeinträchtigen. Charakteristisch ist ein rasches Ausbreiten über grössere Hautareale, wobei die Entzündung scharf begrenzt bleibt. Eine geschwächte Hautbarriere oder kleine Verletzungen erleichtern den Erregern das Eindringen.
Symptome/Verlauf
Zu Beginn fühlen sich viele Betroffene krank und fiebrig, bevor die Hautveränderungen deutlich sichtbar werden. Typische Beschwerden sind:
- Hautrötung mit klarer Abgrenzung
- Wärmegefühl und Schwellung
- Deutliche Schmerzen und mitunter starke Spannungsgefühle an den betroffenen Stellen
- Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit
Ohne Behandlung breitet sich das Erysipel weiter aus und kann innerhalb weniger Stunden stark zunehmen. Mit einer gezielten Therapie bessern sich die Symptome meist rasch.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann ein Erysipel ernsthafte Konsequenzen haben. Hierzu zählen ein Lymphstau und langfristig ein chronisches Lymphödem. In schweren Fällen drohen Blutvergiftungen oder tiefergehende Infektionen. Auch wiederkehrende Erysipele sind möglich, besonders wenn Risikofaktoren bestehen bleiben. Selbst nach Abheilung kann die Haut noch längere Zeit empfindlich oder geschwollen sein.
Ursachen/Risikofaktoren
Auslöser sind meist Bakterien, die über kleine Eintrittsstellen in die Haut gelangen. Zu den begünstigenden Faktoren zählen winzige Hautverletzungen oder rissige Haut, Pilzinfektionen der Füsse, Lymphabflussstörungen und Krampfadern. Auch ein schwaches Immunsystem oder chronische Erkrankungen erhöhen das Risiko. Generell sind Menschen mit vorgeschädigter Haut oder Durchblutungsproblemen sowie Personen, bei denen die Lymphbahnen bereits belastet sind, besonders gefährdet.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er behandelt ein Erysipel in der Regel mit Antibiotika und überwacht den Verlauf engmaschig.
Das kann man selbst tun: Hochlagern der betroffenen Stellen, Kühlen und Entlasten sowie eine sorgfältige Hautpflege unterstützen die Heilung. Grenzen bestehen, wenn auftretendes Fieber anhält, sich die Rötung ausbreitet oder neue Beschwerden hinzukommen. Dann ist immer eine ärztliche Behandlung erforderlich und Selbstmassnahmen reichen nicht mehr aus.
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.