Das Raynaud-Syndrom ist eine Durchblutungsstörung der Finger und seltener der Zehen. Durch eine krampfartige Verengung der kleinen Blutgefässe gelangt vorübergehend weniger Blut in die betroffenen Bereiche. Auslöser sind meist Kälte oder Stress. Die Beschwerden treten anfallsartig auf und klingen häufig von selbst wieder ab.
Beim Raynaud-Syndrom reagieren die Blutgefässe überempfindlich auf bestimmte Reize. Die Gefässverengung führt dazu, dass die Haut zeitweise schlecht durchblutet wird. Man unterscheidet eine primäre Form ohne erkennbare Grunderkrankung und eine sekundäre Form als Folge anderer Erkrankungen. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich und reicht von milden Beschwerden bis zu ausgeprägten Durchblutungsproblemen.
Die Symptome treten typischerweise schubweise auf und betreffen meist beide Hände. Häufig verändert sich die Hautfarbe in folgenden Phasen:
In den meisten Fällen ist das Raynaud-Syndrom harmlos. Bei schweren oder sekundären Formen kann es jedoch zu Hautschäden kommen. Anhaltende Durchblutungsstörungen erhöhen das Risiko für kleine Wunden und Infektionen. Sehr selten entstehen schlecht heilende Geschwüre an den Fingern.
Die genaue Ursache der primären Form ist unklar. Eine erbliche Veranlagung spielt vermutlich eine Rolle. Die sekundäre Form tritt im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auf, insbesondere mit Autoimmunerkrankungen. Risikofaktoren sind Kälteeinwirkung, Rauchen, starke Vibrationen sowie anhaltender Stress.
Das macht der Arzt: Die Behandlung hängt von der Ursache und dem Schweregrad ab. Ärztlich können gefässerweiternde Medikamente wie Calciumantagonisten eingesetzt werden. Bei der sekundären Form steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund.
Das kann man selbst tun: Warme Kleidung, das Meiden von Kälte und Stress sowie Rauchverzicht können das Auftreten mitunter verhindern. Bei häufigen, schmerzhaften Anfällen oder Hautveränderungen reicht die Selbsthilfe nicht mehr aus und eine ärztliche Abklärung ist notwendig.
Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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