Gallenblasenentzündung

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  20.03.2026 00:00 Uhr

Eine Gallenblasenentzündung (akute Cholezystitis) tritt plötzlich auf und wird meist durch Gallensteine verursacht, die den Gallenganz verschliessen. Dadurch staut sich die Galle, die Gallenblasenwand entzündet sich und es können starke Schmerzen im rechten Oberbauch auftreten. Unbehandelt kann die Erkrankung zu schweren Komplikationen führen, weshalb eine rasche ärztliche Abklärung notwendig ist. Seltener tritt eine akute akalkulöse Cholezystitis ohne Gallensteine auf, meist bei schwerkranken Patienten.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Eine Gallenblasenentzündung, medizinisch akute Cholezystitis genannt, ist eine plötzlich auftretende Entzündung der Gallenblase. In den allermeisten Fällen entsteht sie, wenn Gallensteine den Ausführungsgang der Gallenblase verschliessen. Dadurch staut sich die Galle in der Blase und führt zu einer Entzündungsreaktion der Wand. Mitunter kann eine bakterielle Entzündung hinzukommen. Eine Cholezystitis äussert sich in der Regel durch starke Schmerzen im rechten Oberbauch und erfordert meist eine unverzügliche medizinische Abklärung. Neben der beschriebenen Form gibt es auch die akute akalkulöse Cholezystitis, bei der keine Steine nachweisbar sind.

Symptome / Verlauf

Typisch für eine akute Gallenblasenentzündung sind starke Schmerzen im rechten Oberbauch, die länger als ein paar Stunden anhalten und oft in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen. Druckschmerz, vor allem unter dem rechten Rippenbogen, Übelkeit, Erbrechen oder leichtes Fieber können auftreten. Diese Beschwerden sind oft heftiger und anhaltender als bei einer einfachen Gallenblasen-Kolik ohne Entzündung. Bei älteren Patienten zeigt sich teilweise nur ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Übelkeit, Erbrechen und Abgeschlagenheit.
Bei der akalkulösen Form sind die typischen Bauchschmerzen und Beschwerden häufig schwer erkennbar, weil die Betroffenen meist ohnehin schwer krank sind - zum Beispiel auf der Intensivstation liegen.

Folgen / Komplikationen

Unbehandelt kann eine akute Cholezystitis zu schweren Komplikationen führen. Beispielsweise kann sich die Entzündung ausbreiten, zu Eiterbildung führen oder die Wand der Gallenblase wird sogar durchlässig und es kommt zu gefährlichen Entzündungen im Bauchraum. In seltenen Fällen können sich auch Fisteln zwischen Gallenblase und Darm bilden. Besonders bei der akalkulösen Cholezystitis ist die Sterblichkeit erhöht, da sie häufig bei ohnehin kritisch kranken Personen auftritt und daher spät erkannt wird.

Ursachen / Risikofaktoren

Die Hauptursache einer akuten Gallenblasenentzündung sind Gallensteine. Oft verschliesst ein Stein den Gang, durch den die Galle abfliesst. Die Galle staut sich und löst eine Entzündungsreaktion aus. Etwa 95 % aller Fälle sind auf diesen Mechanismus zurückzuführen.
Die akalkulöse Cholezystitis entsteht dagegen ohne Steine. Zu den Risikofaktoren zählen schwere Grunderkrankungen, langes Fasten oder künstliche Ernährung über die Vene, grössere Operationen, Schockzustände oder eine geschwächte Abwehrlage.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Bei Anzeichen einer Gallenblasenentzündung empfiehlt es sich, sofort einen Arzt aufzusuchen, der das weitere Vorgehen klärt. In der Regel bekommt der Patient Infusionen, eine Schmerztherapie und gegebenenfalls Antibiotika. Wenn der Patient stabil ist, wird die Gallenblase in den meisten Fällen operativ entfernt (Cholezystektomie). Die Operation sollte in den ersten 24 bis 48 Stunden erfolgen.
Das kann man selbst tun: Zu Hause kann man Beschwerden nicht wirksam selbst behandeln. Wichtig ist jedoch, Frühsymptome nicht zu ignorieren, besonders wenn Schmerzen im rechten Oberbauch länger anhalten und Fieber oder Übelkeit dazukommen. In solchen Fällen ist eine rasche ärztliche Abklärung sinnvoll.

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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