Gehirnschädigung bei Lebererkrankungen

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  08.01.2026 00:00 Uhr

Eine Gehirnschädigung bei Lebererkrankungen, auch hepatische oder portosystemische Enzephalopathie genannt, entsteht, wenn eine geschädigte Leber giftige Stoffe nicht mehr ausreichend abbaut. Diese gelangen in den Blutkreislauf und beeinträchtigen die Funktion des Gehirns.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen kann die Entgiftungsfunktion der Leber nachlassen. Stoffe wie Ammoniak reichern sich im Blut an und wirken direkt auf das Gehirn. Die Beschwerden reichen von leichten Konzentrationsproblemen bis hin zu schweren Bewusstseinsstörungen. Die Störung kann schleichend beginnen oder plötzlich auftreten.

Symptome Verlauf

Die Symptome entwickeln sich oft stufenweise und werden anfangs leicht übersehen. Typische Anzeichen sind:

  • Konzentrationsschwäche
  • verlangsamtes Denken
  • veränderte Handschrift
  • Stimmungsschwankungen
  • Schläfrigkeit
  • Verwirrtheit
  • in schweren Fällen Bewusstseinsverlust

Der Verlauf hängt stark vom Zustand der Leber und möglichen Auslösern ab. Mit Behandlung können sich die Beschwerden häufig zurückbilden.

Folgen Komplikationen

Unbehandelt kann die Störung fortschreiten und zu schweren Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma führen. Die Fähigkeit, alltägliche Aufgaben zu bewältigen, kann stark eingeschränkt sein. Wiederholte Episoden können langfristig die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. In akuten Fällen besteht Lebensgefahr.

Ursachen Risikofaktoren

Die Hauptursache ist eine fortgeschrittene Lebererkrankung wie Leberzirrhose oder akutes Leberversagen. Die Leber kann Schadstoffe nicht mehr ausreichend abbauen. Risikofaktoren sind Alkoholmissbrauch, chronische Leberentzündungen, bestimmte Medikamente, Infektionen, Blutungen im Verdauungstrakt und starke Verstopfung.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Er behandelt die zugrunde liegende Lebererkrankung, um giftige Stoffe im Körper zu reduzieren und setzt Medikamente wie ammoniaksenkende Mittel ein.
Das kann man selbst tun: Man kann auf eine leberfreundliche Lebensweise achten, etwa auf Alkohol verzichten. Grenzen bestehen bei Verwirrtheit starker Schläfrigkeit oder Bewusstseinsstörungen. Dann ist sofort ärztliche Hilfe erforderlich.

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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