Ein Druckgefühl im Becken oder Probleme beim Wasserlassen können auf eine Genitalsenkung hindeuten. Die Erkrankung ist häufig und kann die Lebensqualität von Frauen deutlich beeinträchtigen. Es gibt jedoch Möglichkeiten vorzubeugen und die Beschwerden zu behandeln.

Der Beckenboden stützt Blase, Gebärmutter, Darm und Scheide. Wird die Muskulatur oder das Bindegewebe geschwächt, können sich diese Organe Richtung Scheidenausgang absenken. Fachleute sprechen von einem Descensus genitalis oder – bei stärkerer Ausprägung – von einem Prolaps. Zu den Risikofaktoren zählen Geburten, Übergewicht und ein Östrogenmangel in den Wechseljahren.
Eine aktualisierte S3-Leitlinie fasst neue Erkenntnisse zum Umgang mit einer Genitalsenkung zusammen.
Nicht jede Genitalsenkung verursacht Beschwerden. Experten unterscheiden vier Stadien. Im ersten fällt die Senkung nur bei der gynäkologischen Untersuchung auf. Bei Stadium 4 ist die Senkung deutlich sichtbar und die Gebärmutter ragt größtenteils aus der Vagina heraus.
Symptome treten in der Regel ab Stadium 2 auf. Dazu gehören unter anderem:
Häufig besteht zusätzlich eine Belastungsinkontinenz, etwa beim Husten, Niesen oder Heben schwerer Gegenstände.
Je nach Ausprägung der Beschwerden kommen zunächst häufig konservative Maßnahmen infrage. Dazu zählen:
Ist ein Eingriff notwendig, stehen je nach Ausprägung und Lage der Senkung verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung.
Den Beckenboden vollständig vor einer Senkung zu schützen, ist nicht immer möglich. Mit einer gesunden Lebensweise lässt sich das Risiko jedoch verringern. Die Leitlinie empfiehlt:
Wer Beschwerden wie Druckgefühl im Becken oder Probleme beim Wasserlassen bemerkt, sollte diese gynäkologisch abklären lassen. Je früher eine Genitalsenkung erkannt wird, desto besser lassen sich Beschwerden lindern und geeignete Behandlungsmöglichkeiten ausschöpfen.
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