Wer in der Vergangenheit Entscheidungen wiederholt in einer bestimmten Weise getroffen hat, wird das später trotz guter Alternativen wahrscheinlich nicht ändern. Forschende aus Dresden untersuchten, was Wiederholungen mit Vorlieben zu tun haben.

Wer etwas häufiger gewählt hat, entscheidet sich später erneut eher dafür – sogar, wenn gleichwertige oder bessere Alternativen zur Verfügung stehen. Und die Entscheidung wird wahrscheinlich auch subjektiv als besser bewertet. Das zeigt eine Untersuchung der Technischen Universität Dresden (TUD).
So ließe sich erklären, warum sich manche Gewohnheiten so hartnäckig halten. Statt bei jeder Entscheidung sämtliche Vor- und Nachteile neu abzuwägen, scheint das Gehirn auf die Erinnerung zurückzugreifen: Was habe ich beim letzten Mal gewählt?
Diese Strategie spart Aufwand. Sie kann aber dazu führen, dass eine aus der Vergangenheit vertraute Wahlmöglichkeit eine Bevorzugung erfährt, die sie im Vergleich mit anderen verfügbaren Optionen objektiv nicht verdient.
Wer von früheren Entscheidungen unbeeinflusst eine Wahl unter aktuell vorhandenen Alternativen treffen möchte, kann bewusst kurz stoppen und sich fragen: Würde ich dieses Produkt, dieses Gericht oder diese Option im Vergleich zu anderen auch wählen, wenn ich sie heute zum ersten Mal wahrnehmen würde?
Für die Studie der TUD wertete ein Forschungsteam um Professor Dr. Stefan Kiebel vom Institut für Kognitive Computationale Neurowissenschaft neun neu erhobene Entscheidungsexperimente sowie sechs bereits veröffentlichte Datensätze mit insgesamt mehr als 700 Teilnehmern aus. Die Forschenden untersuchten, wie Menschen zunächst den Wert verschiedener Möglichkeiten kennenlernen und wofür sie sich später entscheiden, wenn diese Optionen in neuen Kombinationen auftauchen. Die Erkenntnisse können helfen, alltägliche Entscheidungen besser zu verstehen – vom Einkauf gewohnter Produkte bis zu festgefahrenen Routinen.
Quelle: DOI 10.1038/s44271-025-00363-x
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