SeniorenGesundheit

Grippe: Impfraten bei Senioren zu niedrig

06.12.2013

In Deutschland lassen sich zu wenige Menschen gegen Grippe impfen, obwohl jährlich fünf- bis zehntausend Personen an der Virusinfektion sterben. Das belegen Zahlen, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung im sogenannten Versorgungsatlas veröffentlicht hat.

Ampulle mit Grippeimpfstoff
Eine Grippe-Impfung kann vor der Virusinfektion schützen. Trotzdem lassen sich zu wenige Menschen impfen.
© ursule - Fotolia

Demnach wird die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Durchimpfungsrate von 75 Prozent bei den besonders gefährdeten Senioren hierzulande verfehlt: Sie beträgt nur 44 Prozent. Auffällig sind die regionalen Unterschiede: In den alten Bundesländern sind 41 Prozent der über 60-Jährigen gegen Grippe geimpft, in den neuen Ländern sind es hingegen 60,2 Prozent. Am geringsten sind die Impfraten bei den über 60-Jährigen mit 33,9 Prozent in Baden Württemberg.

Allerdings sind die Impfraten dort und auch in Bayern verfälscht. Der Grund: In diesen zwei Bundesländern wird ein bedeutsamer Anteil der Patienten im Rahmen der Hausarztzentrierten Versorgung betreut. Deren Impfraten sind den Machern des Versorgungsatlasses nicht bekannt, was die geringen Raten in diesen Bundesländern erklären könnte. Für die aktuelle Analyse des Versorgungsatlasses hatten Forscher die bundesweiten Abrechnungsdaten aller Vertragsärzte für Grippe-Impfungen gesetzlich versicherter Patienten aus der Impfsaison 2009/2010 ausgewertet.

Wer sich dieses Jahr noch nicht hat impfen lassen, kann dies jetzt aber noch tun. "Für eine Grippe-Impfung ist es auch jetzt noch nicht zu spät", sagt Dr. Burgi Riens vom Versorgungsatlas-Team. Es dauere zwar 10 bis 14 Tage bis sich der Impfschutz nach der Immunisierung aufgebaut habe, aber die jährliche Influenzawelle setze in Deutschland meist erst nach der Jahreswende ein.

Versorgungsatlas/FH

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