Die Betreuung von Enkelkindern kommt nicht nur der Gesellschaft und der Familie zugute, sondern auch einem selbst: Sie scheint den geistigen Abbau im Alter zu bremsen, stellt eine neue Studie in der Fachzeitschrift „Psychology and Aging“ fest.
Gedächtnis- und Sprachtests verwendet
„In dieser Studie wollten wir herausfinden, ob die Enkelbetreuung die Gesundheit von Großeltern fördert und möglicherweise den kognitiven Abbau verlangsamt“, erklärte Flavia Chereches von der Universität Tilburg in den Niederlanden in einer Mitteilung zur Veröffentlichung. Ihre Vermutung bestätigte sich: Großeltern, die sich für ihre Enkelkinder engagierten, schnitten in Gedächtnis- und Sprachtests besser ab als Gleichaltrige, die keine Kinder betreuten.
Die Häufigkeit spielt keine große Rolle
„Besonders auffällig war für uns, dass die Betreuung durch Großeltern für die geistige Leistungsfähigkeit wichtiger zu sein schien als die Häufigkeit der Betreuung oder bestimmte Aktivitäten mit den Enkelkindern“, sagte Chereches. „Weitere Forschung ist nötig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.“ Dabei sollten auch die Auswirkungen des familiären Umfelds und anderer Variablen untersucht werden: „Freiwilliges Engagement in einem unterstützenden familiären Umfeld könnte für Großeltern andere Auswirkungen haben als Pflege in einem belastenden Umfeld.“
Langzeitstudie mit fast 3000 Großeltern
Für die Studie wurden Daten von 2.887 Großeltern ausgewertet, die zwischen 2016 und 2022 dreimal einen Fragebogen beantwortet und kognitive Tests absolviert hatten. Der Fragebogen stellte detaillierte Fragen zur Häufigkeit und Art der Betreuung, zum Beispiel Übernachtungsbetreuung, die Pflege kranker Enkelkinder, Spielen und Freizeitaktivitäten, Hausaufgabenhilfe, Fahrten zur Schule oder zu Freizeitaktivitäten und die Zubereitung von Mahlzeiten.
Quelle: DOI 10.1037/pag0000958