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Herz-Risiko: Süßstoff ist nicht besser als Zucker

Dr. Karen Zoufal  |  30.10.2020

Sowohl zuckerhaltige als auch mit Süßstoffen gesüßte Getränke sind mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Dies lässt vermuten, dass künstlich gesüßte Getränke keineswegs eine gesündere Alternative sind. Das berichten Forscher in der Fachzeitschrift "Journal of the American College of Cardiology".

 Sowohl gezuckerte als auch künstlich gesüßte Getränke erhöhen auf lange Sicht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Sowohl gezuckerte als auch künstlich gesüßte Getränke erhöhen auf lange Sicht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.
© iStock.com/Lemon_tm

Früheren Untersuchungen zufolge können sich mit Zucker gesüßte Getränke negativ auf die Gesundheit des Herzens und des Stoffwechsels auswirken. Künstlich gesüßte Getränke sind einer neuen Studie zufolge jedoch keine gesündere Alternative: Die Auswertung der Ernährungsprotokolle von mehr als 100.000 Studienteilnehmern zeigte, dass diejenigen, die viele Zucker- und Süßstoff-haltige Getränke zu sich nahmen, ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten als Personen, die keine gesüßten Getränke konsumierten.

Eloi Chazelas, Doktorand im Forschungsteam für Ernährungsepidemiologie an der Universität Sorbonne in Paris, sagte: "Unsere Studie legt nahe, dass künstlich gesüßte Getränke möglicherweise kein gesunder Ersatz für Zuckergetränke sind. Diese Daten liefern zusätzliche Argumente, um die aktuelle Debatte über Steuern, Kennzeichnung und Regulierung von zuckerhaltigen Getränken und künstlich gesüßten Getränken anzukurbeln."

Die Forscher hatten Daten der französischen NutriNet-Santé-Kohorte analysiert, um den Zusammenhang zwischen dem Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dem Konsum von zuckerhaltigen Getränken und künstlich gesüßten Getränken zu untersuchen. 104.760 Teilnehmer hatten alle sechs Monate drei 24-Stunden-Ernährungsprotokolle erstellt. Während der drei Jahre später beginnenden Beobachtungszeit von 2009 bis 2019 gab es bei 1.379 Teilnehmern Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darunter Schlaganfälle, Herzinfarkte sowie weitere akute und vorübergehende Herzprobleme.

ZOU
 

Quelle: Sugary Drinks, Artificially-Sweetened Beverages, and Cardiovascular Disease in the NutriNet-Santé Cohort

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