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Ist es Krebs? Was ein positiver HPV-Test bedeutet

Dr. Karen Zoufal  |  16.03.2021

Gebärmutterhalskrebs wird fast immer durch eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) verursacht, die in der Bevölkerung weit verbreitet sind und sexuell übertragen werden. Seit Januar 2020 ist ein HPV-Test für Frauen ab 35 Jahren Bestandteil der Früherkennungsuntersuchung: Alle drei Jahre wird ein Abstrich vom Muttermund nicht nur auf Zellveränderungen, sondern auch auf HPV untersucht. Ein Nachweis von HPV ist aber kein Grund zur Panik.

Frau ihm Gespräch mit einer Gynäkologin.
Seit Januar 2020 können Frauen ab 35 Jahren neben der jährlichen gynäkologischen Untersuchung auch alle drei Jahre ein Screening auf Gebärmutterhalskrebs wahrnehmen.
© nensuria/iStockphoto

Ein positiver HPV-Test bedeutet, dass am Gebärmutterhals eine Infektion vorliegt, die das Risiko für Gewebeveränderungen erhöht. Deshalb wird – anders als bei einem negativen Test, bei dem erst nach drei Jahren die nächste Kontrolle erfolgt – schon nach einem Jahr erneut getestet. Bei den meisten Frauen ist der zweite Test negativ, weil das Immunsystem die Infektion erfolgreich beseitigt hat. Fällt der Test jedoch wieder positiv aus, so wird innerhalb von drei Monaten eine Gebärmutterhalsspiegelung durchgeführt, auch Kolposkopie genannt: Mit einer speziellen Lupe wird geschaut, ob es Gewebeveränderungen gibt.

Ein positives Ergebnis heißt nicht, dass es Krebs ist

„Die gute Nachricht ist, dass ein positives Testergebnis nicht mit einer Krebsvorstufe oder gar Krebs gleichzusetzen ist. Eine HPV-Infektion verläuft häufig symptomlos und wird vom Immunsystem nach einiger Zeit überwunden. Nur bei einem kleinen Anteil der länger andauernden Infektionen kommt es tatsächlich zu Gewebeveränderungen, die Krebsvorstufen für Gebärmutterhalskrebs sein können. Der HPV-Test hilft vor allem bei der Risikoabschätzung“, erklärt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Eine HPV-Infektion allein ist nicht behandlungsbedürftig. Erst wenn es zu Gewebeveränderungen kommt, muss gehandelt werden: Sind die Veränderungen gering ausgeprägt, so wird in bestimmten Abständen kontrolliert, ob sie sich zurückbilden. Sind sie stärker ausgeprägt, so werden sie vorsichtshalber entfernt, da es sich um Krebsvorstufen handeln könnte.

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