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Gebärmutterhals: Zäpfchen beseitigt Krebsvorstufen

29.05.2013

Österreichische Wissenschaftler haben eine Möglichkeit gefunden, wie durch humane Papillomaviren (HPV) verursachte Krebsvorstufen am Gebärmutterhals künftig ohne Operation behandeln werden könnten. Dabei wird ein Wirkstoff, der bislang unter anderem als Creme gegen Feigwarzen zum Einsatz kommt, in Zäpfchen-Form an den Ort des Geschehens gebracht und soll dort seine Wirkung entfalten.

Frau im Gespräch mit einem Arzt
Zukünftig könnten Frauen, bei denen der Arzt Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs findet, ohne Operation behandelt werden.
© endostock - Fotolia

Der Wirkstoff Imiquimod verursache eine entzündungsähnliche Reaktion, schreiben die Forscher. Damit wird das Immunsystem aktiviert und erhält quasi einen Schubs in die richtige Richtung. Und den braucht es auch. "Die durch den HP-Virus verursachten Veränderungen werden vom Immunsystem in bestimmten Situationen nicht erkannt und können in diesen Fällen zur Entstehung der Krebsvorstufen führen", sagt der Leiter der Studie, Paul Speiser. Durch die lokale Aktivierung der Immunabwehr werde HPV für das Immunsystem erkennbar gemacht und könne so von diesem bekämpft werden, erklärt Speiser. In ihrer Arbeit konnten die Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien zeigen, dass der Einsatz von Imiquimod zu einer Rückbildungsrate von 69 Prozent führte, wobei das Präparat zugleich gut verträglich gewesen sei. Vor einem routinemäßigen Einsatz seien jedoch noch weitere Studien nötig.

Sollte das Zäpfchen kommen, könnte es Frauen die sogenannte Konisation, bei der veränderte Stellen kegelförmig entfernt werden, mit ihren möglichen Nebenwirkungen, ersparen. Diese Operation wird durchgeführt, wenn stärkere Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals vorliegen. Neben der Gefahr für Infektionen und Blutungen gehen Operationen den Wissenschaftlern zufolge mit einem stark erhöhten Risiko für Frühgeburten einher. So steige die Frühgeburtenrate bei Frauen mit Konisation um 17,2 Prozent gegenüber 6,2 Prozent bei Frauen ohne diesen Eingriff. Die Gefahr eines neuerlichen Auftretens liege zudem bei bis zu 18 Prozent, so die Forscher.

hh

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