Rund 45 Prozent der Flächen in Deutschland sind versiegelt – mit Straßen, Parkplätzen und Gehwegen. Eine aktuelle US-Studie zeigt: Das macht unsere Städte nicht nur heißer, sondern beeinträchtigt auch die Luftqualität.
Wie Asphalt die Luft beeinflusst
Asphalt enthält Bitumen, ein erdölbasiertes Bindemittel. Daraus entweichen sogenannte flüchtige organische Verbindungen (VOC), besonders an heißen, sonnigen Tagen wobei auch eine hohe Luftfeuchtigkeit die Freisetzung beeinflussen kann. Diese Dämpfe können kurzfristig Schwindel und Atemprobleme verursachen. Nachts verändern sich die Stoffe und bilden ultrafeine Partikel, die die Luftqualität zusätzlich verschlechtern.
Hitze verstärkt die Belastung
Studien zeigen, dass alternder Asphalt unter Sonneneinstrahlung noch giftigere Stoffe freisetzt. Diese sind oft geruchlos und können tief in den Körper eindringen – bis in Organe und Blutgefäße. Besonders gefährdet sind Bauarbeiter, die regelmäßig ohne Schutz mit den Dämpfen in Kontakt kommen. Langfristig kann eine erhöhte Belastung sogar das Risiko für Lungenkrebs steigern. Tests und Modellanalysen deuten zudem darauf hin, dass VOCs erhebliche neurologische Schäden beim Menschen verursachen könnten, insbesondere bei Frauen und älteren Menschen.
Die Forscherin Elham Fini von der Arizona State University betont: „Um etwas wirklich nachhaltig zu machen, darf man die menschliche Seite nicht ignorieren.“ Und weiter: „Hitze verschärft die Situation. Sie verstärkt die Emissionen aus Asphalt.“
Neue Lösungen für gesündere Städte
Die gute Nachricht: Es wird an Lösungen gearbeitet. Ein innovativer Ansatz nutzt Algen als Zusatz im Asphalt. Diese können besonders schädliche Stoffe binden und die Giftigkeit der Emissionen deutlich reduzieren – in Tests um das Hundertfache. Zusätzlich verlangsamen Algen den Alterungsprozess des Asphalts, was langfristig Kosten sparen kann. Ziel ist es, nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit von Menschen besser zu schützen.
Noch ist unklar, ab welcher Belastung Asphalt-Emissionen gesundheitsschädlich werden. Die Forschenden betonen jedoch: Gerade in heißen Städten sollte dieses Thema mehr Aufmerksamkeit bekommen.
DOI: 10.1016/j.scitotenv.2026.181729