Mehr als 5000 Todesfälle durch Hitze: Welche Personengruppe besonders betroffen ist

Pharmazeutische ZeitungRüdiger Freund  |  10.07.2026 09:46 Uhr

Schon wenige Tage mit großer Hitze können lebensgefährlich sein. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind 2026 in Deutschland bereits mehr als 5000 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.

Straßenszene aus Freiburg: Eine Frau kühlt ihre Füße im Bächle.
Mit den "Bächle" verfügt die Stadt Freiburg im Breisgau über eine Gelegenheit zur Abkühlung für Jung und Alt.
© Endrik Baublies/iStockphoto

Wie groß ist das persönliche Risiko bei einer Hitzewelle? Die aktuellen Zahlen des RKI zeigen, warum hohe Temperaturen weit mehr sind als ein unangenehmes Sommerproblem.

Die meisten Todesfälle fielen in die Hitzewelle Ende Juni

Den Schätzungen des RKI zufolge starben bis Ende Juni rund 5100 Menschen hitzebedingt. Allein in der Woche vom 22. bis 28. Juni entfielen etwa 4310 Todesfälle auf die außergewöhnlich heiße Wetterlage. Damit liegt die Zahl bereits zur Jahresmitte deutlich über den Jahreswerten der vergangenen drei Jahre. Zwischen 2023 und 2025 registrierte das Institut durchschnittlich rund 2900 hitzebedingte Todesfälle pro Jahr.

Hitze führt allerdings nur selten direkt zum Tod, etwa durch einen Hitzschlag. Häufig verschlechtert sie bestehende Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge. Deshalb erscheint Hitze auf Totenscheinen meist nicht als eigentliche Todesursache. Das RKI schätzt die Zahl der hitzebedingten Todesfälle deshalb mithilfe statistischer Verfahren.

Ältere Menschen tragen das höchste Risiko

Besonders betroffen waren Menschen ab 75 Jahren. Nach den RKI-Schätzungen starben bis zum 28. Juni etwa:

  • 2950 Menschen ab 85 Jahren
  • 1320 Menschen zwischen 75 und 84 Jahren
  • 550 Menschen zwischen 65 und 74 Jahren

Bei Menschen unter 65 Jahren wurden rund 300 hitzebedingte Todesfälle geschätzt.

Warum Städte besonders stark betroffen sind

Anhaltend hohe Temperaturen belasten den Körper vor allem dann, wenn auch nachts kaum Abkühlung eintritt. Genau das war Ende Juni vielerorts der Fall. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bezeichnete den Juni 2026 mit einer Durchschnittstemperatur von 19,5 Grad als den zweitwärmsten Juni seit Beginn der Messungen. Besonders in dicht bebauten Städten speichern Straßen und Gebäude die Wärme, sodass selbst in der Nacht kaum Erholung möglich ist.

So lässt sich das Risiko senken

Vor allem ältere Menschen sollten an heißen Tagen auf ausreichendes Trinken achten, körperliche Anstrengung möglichst in die kühleren Morgenstunden verlegen und Wohnräume tagsüber verschatten. Wer Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere chronische Leiden hat, sollte Warnhinweise des Deutschen Wetterdienstes besonders ernst nehmen.

Quelle: RKI-Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität, KW 26/2026

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