Mit der Kälte kommt ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Je weiter die Temperaturen von etwa 23 °C abweichen, desto höher ist das Risiko, mit Herz-Kreislauf-Problemen zu sterben. Auf dieses Studienergebnis weist das American College of Cardiology hin. Dabei zeigt sich ein klarer Unterschied: Sowohl Hitze als auch Kälte erhöhen das Risiko – bei Kälte fällt der Anstieg jedoch deutlich stärker aus.
40.000 zusätzliche Todesfälle pro Jahr bei Kälte
Für die Studie hat das Forschungsteam Daten aus 819 Regionen in den USA analysiert. In diesen leben etwa 80 Prozent der Bevölkerung der USA über einem Alter von 25 Jahren. Die Daten stammten aus den Jahren 2000 bis 2020.
Die Auswertung macht das Ausmaß deutlich: Kälte stehe demnach mit rund 40.000 zusätzlichen Todesfällen pro Jahr durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung. Zum Vergleich: Das Forschungsteam errechnete, dass Hitze ebenfalls mit 40.000 Herz-Kreislauf-Todesfällen verbunden ist – allerdings über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg.
Warum Kälte das Herz belastet
Bei niedrigen Temperaturen reagiert der Körper mit Schutzmechanismen:
- Blutgefäße verengen sich
- Entzündungsprozesse nehmen zu
Diese Veränderungen können das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen. Besonders anfällig sind ältere Menschen sowie Personen mit Erkrankungen wie Diabetes, Herzschwäche oder Nierenerkrankungen. Salerno äußert sich besorgt: „Da wir sehen, dass die Häufigkeit von chronischen Krankheiten wie Diabetes, Herzschwäche und chronischer Nierenerkrankung in den USA steigen, können wir eine steigende Zahl an Menschen erwarten, die hinsichtlich der Folgen von Temperaturextremen vulnerabel sind.“
Temperatur als wichtiger Risikofaktor
Die Studie zeigt: Nicht nur Hitze, sondern auch Kälte ist ein relevanter Risikofaktor für die Herzgesundheit. Salerno betont: „Wir tendieren dazu, uns auf die hitzebezogenen Auswirkungen des Klimawandels zu konzentrieren, aber Klimawandel bringt auch extreme Kälte.“ Auch Gesundheitssysteme sollten sich darauf einstellen, dass bei niedrigen Temperaturen mehr Notfälle auftreten können.
Quelle: DOI 10.1016/j.ajpc.2026.101514