Hitze, Kälte, Starkregen: So belastet Extremwetter das Herz

Katrin Faßnacht-LeeElisabeth Kerler  |  22.04.2026 12:46 Uhr

Mit extremen Wetterereignisse wie Hitzewellen oder extremer Kälte geht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in die Höhe. Interessant: Mehr Körperfett hatte sogar einen Vorteil.

Junge Frau wedelt sich mit einem Fächer Luft zu, hinter ihr ist eine gewöhnliche Straße in der Innenstadt mit Autos und Läden unscharf zu sehen.
Jung, gesund, sicher? Sollte in der Gegend die Ozonkonzentration hoch sein, zählt auch sie bei Hitze zur Risikogruppe für Herzprobleme, so eine Studie.
© AaronAmat/iStockphoto

Sowohl extreme Hitze über 38 Grad Celsius als auch starke Kälte unter -10 Grad Celsius lassen das Risiko für Herzkrankheiten steigen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie aus 157 chinesischen Städten. Jeder zusätzliche Hitzetag ging mit zusätzlichen 1.128 Herz-Kreislauf-Krankheitsfällen pro 100.000 Personen einher, jeder Kältetag mit 391. Auch starke Regenfälle identifizierte das Forschungsteam als Risikofaktor, wobei die Ergebnisse hier weniger einheitlich waren. 

Wer besonders gefährdet ist: Kälte, Hitze, Starkregenereignisse

Die Auswirkungen sind nicht für alle gleich. Besonders empfindlich auf extreme Kälte reagieren: Vorruheständler, Menschen mit hohem Körpergewicht, und wer in Gegenden mit viel Ozon lebt. Bei extremer Hitze von über 38 Grad Celsius schien Körperfett sogar zu schützen, abgesehen davon zählten auch hier Vorruheständler und Menschen in Regionen mit viel Ozon sowie Raucher zur Risikogruppe. Starkregenereignisse betreffen am stärksten ältere Menschen, Bewohner ländlicher Gegenden, Vorrentner und Alleinstehende. 

Warum das Klima das Herz beeinflusst

Extreme Temperaturen setzen den Körper unter Stress. Hitze erschwert die Abkühlung, Kälte kann den Blutdruck erhöhen und das Blut „dicker“ machen. Beides belastet das Herz. Starkregen wirkt nur kurzfristig, kann aber ebenfalls zu abrupten Belastungen führen.

Schutzmaßnahmen werden immer wichtiger

Co-Autor der Studie PhD Linjiang Wei von der Xiamen University School of Public Health fasst zusammen: „Der Klimawandel ist nicht nur ein Umweltproblem; er ist ein entscheidender Faktor für die Gesundheit der Bevölkerung, der dringend gemeinsames Handeln erfordert.“ Die Forschenden betonen die Bedeutung gezielter Vorsorge. Frühwarnsysteme, bessere medizinische Versorgung und einfache Gesundheitsinformationen können helfen, besonders gefährdete Gruppen zu schützen.

DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.amepre.2026.108280

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