Um Schmerzen als angenehm zu empfinden, muss man kein Masochist sein. Es reicht schon, wenn die Schmerzen geringer ausfallen, als man erwartet hat. Zu diesem Ergebnis kommen norwegische Forscher um Siri Leknes, Psychologin an der Universität von Oslo.

Die Wissenschaftler hatten mit 16 Freiwilligen Hitzeexperimente durchgeführt, um herauszufinden, ob sich ein Gefühl wie "es hätte schlimmer kommen können" auf das Schmerzempfinden auswirkt. In einem Versuch verursachte die Hitze entweder keine Schmerzen oder nur so leichte, wie sie etwa auftreten, wenn man eine etwas zu heiße Kaffeetasse anfasst. Im zweiten Experiment verursachte die Hitze wiederum leichte Schmerzen oder stärkere. Bei beiden Versuchen wurden die Testpersonen dazu befragt, wie sie die Schmerzen empfunden hatten. Zudem war die Gehirnaktivität während der Experimente mit Hilfe eines Hirnscans in der "Röhre" aufgezeichnet worden.
Wie erwartet, verursachte starke Hitze negative Gefühle, Wärme, die keine Schmerzen verursachte, dagegen angenehme Gefühle. Überraschend sei jedoch gewesen, dass sich die Wahrnehmung leichter Schmerzen je nach Kontext änderte, so Leknes. Standen den moderaten Schmerzen als Alternative keine Schmerzen gegenüber, wurden sie von den Probanden als unangenehm empfunden. Waren sie dagegen von den zwei Alternativen das geringere Übel, empfanden sie die Versuchspersonen als positiv, wenn nicht sogar als angenehm. "Die wahrscheinlichste Erklärung dafür ist, dass sich die Probanden auf das Schlimmste vorbereitet hatten und erleichtert waren, wenn die Schmerzen nicht schlimm waren, wie befürchtet", sagt Leknes.
hh
Wähle aponet.de als eine bevorzugte Nachrichtenquelle bei Google und entdecke unsere aktuellen Gesundheitsnews häufiger in deinen News-Empfehlungen.
Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.
Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.
Im Fokus diesmal: Dem Geschmacksverlust nach Covid-19 auf der Spur, die ideale Länge des…
aus Apotheke, Forschung und Gesundheitspolitik.
In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern