Wer bewegungsfreudige Jugendliche will, spielt mit dem Kleinkind körperlich aktiv: Darauf weist eine Studie hin mit 849 Jungen und 819 Mädchen, die von 1997 bis 1998 geboren wurden. Besonders wichtig scheint die gemeinsame, körperliche Aktivität mit den Eltern zu sein.
Aktive Eltern-Kind-Zeit, Bildschirmzeit, Schlafmenge
Als die Kinder 2,5 Jahre alt waren, wurden die Eltern befragt zu:
- Körperlich aktive Zeit mit den Eltern
- Menge der Zeit vor dem Bildschirm (Fernsehen, Videos, Computer, Videospiele)
- Schlafmenge, inklusive Mittagsschläfchen
Zehn Jahre später befragte das Forschungsteam die Eltern erneut zur Menge an Bewegung in der Freizeit der Kinder. Es rechnete viele Einflussfaktoren heraus, darunter das Temperament des Kindes, Body-Mass-Index, Depressionssymptome der Mutter, Familienstruktur und Familieneinkommen.
Aktive Eltern-Kind-Zeit: Stärkster Hebel für gesunde gewohnheiten
Zu den Ergebnissen erklärte Kianoush Harandian, Universität von Montreal: „Aktive Eltern-Kind-Zeit – also Spielen, Bewegung, körperlich zusammen aktiv sein – scheint der eine, stärkste Hebel zu sein, um gesunde Langzeit-Gewohnheiten zu entwickeln.“ Und weiter: „Diese gemeinsamen Erfahrungen helfen Kindern, Bewegung mit Freude, Motivation und Routine zu verbinden.“
WHO-Empfehlungen bei weniger als jedem zehnten Kleinkind erfüllt
Konkret fand das Forschungsteam heraus:
Bei weniger als einem Zehntel der Kleinkinder waren die drei WHO-Empfehlungen für Kinder unter fünf Jahren zu Schlaf (11 bis 14 Stunden pro Tag), Bildschirmzeit (maximal eine Stunde im Sitzen) und körperlicher Aktivität (mindestens 180 Minuten pro Tag) erfüllt.
Die Kleinkinder, mit denen die Eltern täglich körperlich aktiv gewesen waren oder die weniger als eine Stunde Bildschirmzeit hatten, hatten im Alter von 12 Jahren deutlich mehr Bewegung. Jede zusätzliche Bewegungs-Gewohnheit im Alter von 2,5 Jahren war später grob mit fünf Minuten mehr Zeit draußen verbunden.
Mädchen im frühen Jugendalter: Besonders verletzlich
Bei Mädchen fiel auf: Wer genug Schlaf und Einschränkungen der Bildschirmzeit im Alter von 2,5 Jahren hatte, zeigte höhere Level an Intensität und Häufigkeit von Bewegung in der Freizeit. Das ist besonders wichtig, denn laut der Studie waren im Alter von 12 Jahren nur noch jedes sechste Mädchen (14,9 Prozent) körperlich aktiv, aber beinahe jeder vierte Junge (24,5 Prozent). Daher scheint eine Eingrenzung der Bildschirmzeit und aktives Spielen für Mädchen besonders wichtig zu sein.
Quelle: DOI 10.1097/DBP.0000000000001478