Mönchspfeffer bei PMS und Zyklusbeschwerden
Trockenextrakte aus den Früchten des Mönchspfeffers (Vitex agnus-castus) werden vor allem bei PMS und Zyklusunregelmäßigkeiten eingesetzt. Studien zeigen: Bei täglicher Einnahme einer Tagesdosis von 20 Milligramm über drei Monate können typische PMS-Beschwerden wie Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen oder Brustspannen deutlich nachlassen. In einer Studie berichteten 52 Prozent der Teilnehmerinnen über eine mindestens halbierte Symptomstärke, gegenüber nur 24 Prozent, die ein Placebo bekamen.
Die Wirkung des Mönchpfeffers setzt allerdings nicht sofort ein. „Diese Phytopharmaka wirken nicht akut wie eine Kopfschmerztablette, die Harmonisierung des Zyklus braucht Zeit“, erklärt Professor Dr. Robert Fürst vom Departement Pharmazie der Universität München. Deshalb sollte die Einnahme regelmäßig und über mehrere Wochen erfolgen.
Traubensilberkerze gegen Hitzewallungen
Zu den am besten untersuchten pflanzlichen Mitteln bei Wechseljahresbeschwerden zählt die Traubensilberkerze (Actaea racemosa). Studien belegen eine deutliche Besserung von Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Das Hauptsymptom Hitzewallungen ging bei bis zu 80 Prozent der Frauen zurück.
Die verwendeten Extrakte gelten als gut verträglich und wurden hinreichend in wissenschaftlichen Studien untersucht. Welche Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze für die Wirkung verantwortlich sind, ist indes nicht geklärt. »Sicher ist man sich heute nur bei dem, was nicht wirkt. Definitiv widerlegt ist die frühere Annahme, dass enthaltene Isoflavone über eine Bindung an Estrogenrezeptoren wirken. Cimicifuga-Wurzelstock enthält keine Isoflavone«, erläuterte Fürst.
Rhapontik-Rhabarber als pflanzliche Alternative
Auch Spezialextrakte aus Rhapontik-Rhabarber (Rheum rhaponticum) wurden klinisch untersucht. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2024 zeigte bei insgesamt 390 Patientinnen im Alter von durchschnittlich 50 Jahren Vorteile gegenüber Placebo – unter anderem bei Hitzewallungen, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Angstgefühlen und depressiven Verstimmungen. Die ausgewerteten Studien liefen jeweils zwölf Wochen.
Wie sinnvoll sind Isoflavone aus Soja oder Rotklee?
Anders sieht die Datenlage bei Isoflavonen aus Soja oder Rotklee aus. Laut Fürst sind die Studien dazu widersprüchlich. Unklar bleiben Dosierung, Wirksamkeit und mögliche Risiken. Deshalb gelten solche Präparate rechtlich als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Arzneimittel.
Tipp: Wer pflanzliche Mittel gegen PMS oder Wechseljahresbeschwerden ausprobieren möchte, sollte auf gut untersuchte Extrakte achten und ihnen etwas Zeit geben. Gerade zu Beginn der Wechseljahre können sie für viele Frauen eine hilfreiche Unterstützung sein.