PMS und Wechseljahre: Welche Arzneipflanzen wirklich helfen können

Pharmazeutische ZeitungKatrin Faßnacht-Lee  |  26.05.2026 15:10 Uhr

Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder Beschwerden vor der Periode – viele Frauen wünschen sich bei solchen Beschwerden eine pflanzliche Unterstützung. Mönchspfeffer, Traubensilberkerze und Rhapontik-Rhabarber sind besonders gut untersucht.

Mittelalte Frau sitzt lächelnd vor einem Ventilator
Bei Hitzewallungen und anderen Wechseljahrsbeschwerden wie Schlafstörungen oder Reizbarkeit können auch Arzneipflanzen helfen.
© www.peopleimages.com/iStockphoto

Mönchspfeffer bei PMS und Zyklusbeschwerden

Trockenextrakte aus den Früchten des Mönchspfeffers (Vitex agnus-castus) werden vor allem bei PMS und Zyklusunregelmäßigkeiten eingesetzt. Studien zeigen: Bei täglicher Einnahme einer Tagesdosis von 20 Milligramm über drei Monate können typische PMS-Beschwerden wie Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen oder Brustspannen deutlich nachlassen. In einer Studie berichteten 52 Prozent der Teilnehmerinnen über eine mindestens halbierte Symptomstärke, gegenüber nur 24 Prozent, die ein Placebo bekamen.

Die Wirkung des Mönchpfeffers setzt allerdings nicht sofort ein. „Diese Phytopharmaka wirken nicht akut wie eine Kopfschmerztablette, die Harmonisierung des Zyklus braucht Zeit“, erklärt Professor Dr. Robert Fürst vom Departement Pharmazie der Universität München. Deshalb sollte die Einnahme regelmäßig und über mehrere Wochen erfolgen. 

Traubensilberkerze gegen Hitzewallungen

Zu den am besten untersuchten pflanzlichen Mitteln bei Wechseljahresbeschwerden zählt die Traubensilberkerze (Actaea racemosa). Studien belegen eine deutliche Besserung von Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Das Hauptsymptom Hitzewallungen ging bei bis zu 80 Prozent der Frauen zurück. 

Die verwendeten Extrakte gelten als gut verträglich und wurden hinreichend in wissenschaftlichen Studien untersucht. Welche Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze für die Wirkung verantwortlich sind, ist indes nicht geklärt. »Sicher ist man sich heute nur bei dem, was nicht wirkt. Definitiv widerlegt ist die frühere Annahme, dass enthaltene Isoflavone über eine Bindung an Estrogenrezeptoren wirken. Cimicifuga-Wurzelstock enthält keine Isoflavone«, erläuterte Fürst

Rhapontik-Rhabarber als pflanzliche Alternative

Auch Spezialextrakte aus Rhapontik-Rhabarber (Rheum rhaponticum) wurden klinisch untersucht. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2024 zeigte bei insgesamt 390 Patientinnen im Alter von durchschnittlich 50 Jahren Vorteile gegenüber Placebo – unter anderem bei Hitzewallungen, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Angstgefühlen und depressiven Verstimmungen. Die ausgewerteten Studien liefen jeweils zwölf Wochen. 

Wie sinnvoll sind Isoflavone aus Soja oder Rotklee?

Anders sieht die Datenlage bei Isoflavonen aus Soja oder Rotklee aus. Laut Fürst sind die Studien dazu widersprüchlich. Unklar bleiben Dosierung, Wirksamkeit und mögliche Risiken. Deshalb gelten solche Präparate rechtlich als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Arzneimittel. 

Tipp: Wer pflanzliche Mittel gegen PMS oder Wechseljahresbeschwerden ausprobieren möchte, sollte auf gut untersuchte Extrakte achten und ihnen etwas Zeit geben. Gerade zu Beginn der Wechseljahre können sie für viele Frauen eine hilfreiche Unterstützung sein.

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