Im 20. Jahrhundert ist die Lebenserwartung stark gestiegen. Doch eine Studie ergibt: Der Zuwachs verlangsamt sich deutlich. Auch in künftigen Generationen wird man eher selten den 100. Geburtstag feiern.

Im vergangenen Jahrhundert hat die Lebenserwartung enorm zugenommen: In Industrienationen liegt sie durchschnittlich bei rund 80 Jahren. Steigt sie irgendwann auf 100 Jahre an? Eher nicht, sagt eine aktuelle Studie: Der Anstieg hat sich bereits deutlich verlangsamt. Künftig wird die Lebenserwartung wohl nur noch halb so stark steigen wie bisher.
Für die Studie hat ein Forschungsteam Bevölkerungsdaten aus 23 Ländern mit hohem Einkommen und niedriger Sterblichkeit analysiert. Ihr Ergebnis:
Aufgrund von Modellrechnungen erwarten die Forschenden, dass sich der Trend in absehbarer Zukunft fortsetzen wird: „Wir prognostizieren, dass die im Jahr 1980 Geborenen im Durchschnitt keine 100 Jahre alt werden. Keine der Kohorten in unserer Studie wird diesen Meilenstein erreichen“, sagte José Andrade vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock in einer Mitteilung zur Veröffentlichung.
Der Forscher erklärt, dass der frühere, schnellere Anstieg in der durchschnittlichen Lebenserwartung vor allem auf gestiegene Überlebensraten der Kinder zurückzuführen war: Durch bessere medizinische Versorgung und Hygiene überlebten mehr Kinder als zuvor. So hob sich der Durchschnitt für die Lebenserwartung vergleichsweise schnell. Nun ist in wohlhabenden Ländern die Kindersterblichkeit kaum noch zu reduzieren. Daher wächst die Lebenserwartung nun langsamer.
Quelle: DOI 10.1073/pnas.2519179122
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