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Mammografie: psychisch krank – seltener untersucht

02.12.2014

Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Untersuchungen im Rahmen des Mammografie-Screenings zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen mit psychischen Erkrankungen seltener durchgeführt werden.

Mammografieszene, zu untersuchende Frau (lange, dunkle Haare) mit dem Rücken zur Kamera, etwas Profil zu sehen, Assitentin erklärt den Vorgang
Psychisch Gesunde nehmen häufiger am Mammografie-Screening teil.
© Kooperationsgemeinschaft Mammographie

Für ihre Studie werteten die Forscher 29 Studien zum Mammografie-Screening aus. Dabei waren Daten analysiert worden zu rund 700.000 Studienteilnehmerinnen, die größtenteils unter psychischen Erkrankungen litten, teils aber auch „nur“ in einem seelischen Tief steckten, ohne eine diagnostizierte, psychische Erkrankung zu haben. Wie die Forscher nun in der Fachzeitschrift The British Journal of Psychiatry berichten, wird bei Frauen mit psychischen Erkrankungen, wie Depressionen, Angststörungen oder Schizophrenie, die Mammografie deutlich seltener durchgeführt als bei Frauen mit gesunder Psyche. Auch Frauen, die „nur“ in einem Tief waren, nahmen häufiger am Mammografie-Screening teil.

Der Leiter der Studie, Dr. Alex J. Mitchell von der University of Leicester, berichtet: „Wir konnten schon früher zeigen, dass es hier Unterschiede zwischen psychisch Kranken und Gesunden gibt.“ Bereits frühere Studien hätten zutage gebracht, dass psychisch Kranke häufig nur eine suboptimal medizinische Versorgung erhalten. Dies könne zum Teil damit erklärt werden, dass Betroffene von sich aus seltener an Screening-Programmen teilnehmen. Zum Teil liege es möglicherweise jedoch auch an einer geringeren Bereitschaft der Ärzte, medizinische Probleme zur gleichen Zeit wie psychische Erkrankungen zu behandeln, glaubt Mitchell. Fest stehe, dass Krebs bei Menschen mit psychischen Erkrankungen oft erst später entdeckt werde, so der Psychiater. Dies hätten ebenfalls frühere Studien gezeigt.

HH/FH

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