Die COVID-19-Pandemie war für viele junge Menschen eine schwierige Phase, die zu einem deutlichen Anstieg von Angststörungen, Depressionen und einigen anderen psychischen Erkrankungen geführt hat. Eine Ausnahme war Substanzmissbrauch, der während der Pandemie abnahm, berichten Forschende in der Fachzeitschrift „Molecular Psychiatry“.
Verschiedene Quellen zur psychischen Gesundheit zusammengetragen
Die Forschenden haben Daten zur psychischen Gesundheit von Personen zwischen 10 und 24 Jahren aus Online-Quellen und Gesundheitsdatenbanken zusammengetragen. Ihr Fokus lag auf der Zeitspanne von 1990 bis 2021. Die häufigsten psychischen Störungen und neurologischen Entwicklungsstörungen waren:
Besonders in Ländern mit hohem Einkommen viele verlorene Lebensjahre
Im Jahr 2021 waren psychische Störungen die Hauptursache für verlorene Lebensjahre aufgrund von Krankheit und Beeinträchtigung. In Regionen mit hohem Einkommen waren die Raten am höchsten. Dabei wurden Geschlechtsunterschiede beobachtet: Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Autismus-Spektrum-Störungen kamen häufiger bei Männern vor, während Anorexia nervosa, umgangssprachlich bekannt als Magersucht, eher Frauen betraf.
Kritische Phase COVID-Pandemie: Frauen stärker betroffen als Männer
Die Ergebnisse lassen vermuten, dass die COVID-19-Pandemie für viele junge Menschen eine kritische Phase darstellte. „Es wurde ein signifikanter Anstieg der Prävalenz psychischer Störungen und ein Rückgang von Substanzkonsumstörungen im Zeitraum 2019 bis 2021 beobachtet. Verlorene Lebensjahre aufgrund von psychischen Störungen stiegen während der Pandemie signifikant an, insbesondere bei depressiven Störungen und Angststörungen. Dabei waren Frauen stärker betroffen als Männer“, schreiben die Forschenden.
Quelle: DOI: 10.1038/s41380-026-03503-9