Viele kennen die Situation in Notaufnahmen von Krankenhäusern: lange Wartezeiten, überlastete Ärzte und gestresstes Pflegepersonal. Bei vier von zehn Patienten wäre jedoch kein sofortiges Handeln nötig, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse zeigt. Für solche Fälle ist der ärztliche Bereitschaftsdienst der richtige Ansprechpartner.
39 Prozent der Patienten, die eine Notaufnahme aufsuchen, sind der Umfrage zufolge keine echten Notfälle. Wer nicht lebensbedrohlich erkrank ist, kann sich am Wochenende oder in der Nacht an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden, der unter der Rufnummer 116 117 rund um die Uhr erreichbar ist. Doch nur jeder Zehnte der Befragten nutzt dieses Angebot. Die Folge: eine dauerhafte Überlastung der Notfalleinrichtungen.
Das will die große Koalition mit einem geplanten Gesetz zur Reform der Notfallversorgung ändern. Mit einem neuen Konzept, das ambulante und stationäre Versorgung enger verzahnt, sollen die Patienten künftig besser durch die Notfallversorgung gelotst werden.
Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass in sogenannten gemeinsamen Notfallleitstellen die Notrufnummern 112 und 116 117 zusammengeführt werden. Meldet sich dort ein Patient telefonisch, erfolgt durch ärztliches Fachpersonal mit Hilfe eines digitalen Navigationstools eine qualifizierte Ersteinschätzung. Die Patienten werden entsprechend an die richtige Stelle gelotst.
Ein weiterer wichtiger Baustein der Reform ist die Einrichtung von sogenannten ambulanten Notfallzentren in unmittelbarer Nähe von geeigneten Krankenhäusern. Auch dort erfolgt eine Ersteinschätzung, um den Patienten dann an den richtigen medizinischen Behandlungsort weiterzuleiten.
TK/NK
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