Bei plötzlichen Gesundheitsproblemen fragen sich viele, wohin sie sich wenden können. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Deutlich mehr Männer als Frauen suchen die Notaufnahme auf.

Laut einer repräsentativen Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) hatte etwa jede dritte Person in Deutschland in den vergangenen drei Jahren Beschwerden außerhalb der regulären Sprechzeiten.
Von den Betroffenen entschieden sich insgesamt 34 Prozent in die Notaufnahme zu gehen. Das Verhalten von Männern und Frauen unterschied sich allerdings deutlich: Während 42 Prozent der Männer diesen Schritt gingen, entschieden sich nur 28 Prozent der Frauen für die Notaufnahme.
Rund 20 Prozent der Befragten wählten in einer akuten Situation den Notruf 112 und ließen sich per Krankenwagen versorgen. Ein fast so großer Anteil wartete, bis die Hausarztpraxis wieder geöffnet hatte. Auch hier zeigen sich Unterschiede: Frauen (22 Prozent) entschieden sich häufiger als Männer (12 Prozent) für das Abwarten.
„Die Frage, wie dringend medizinische Hilfe nötig ist und wo man diese am besten bekommt, ist alles andere als einfach“, erklärt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. Die Zahlen unterstreichen das: 13 Millionen Behandlungen fanden laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2024 in deutschen Notaufnahmen statt – Tendenz steigend. Dabei wird der ärztliche Bereitschaftsdienst noch immer wenig genutzt. Nur 14 Prozent der Befragten nutzten seine telefonische Beratung, lediglich 10 Prozent suchten eine Bereitschaftspraxis auf.
Dabei ist der Dienst unter 116 117 bundesweit, kostenfrei und rund um die Uhr erreichbar. Er ist die richtige Anlaufstelle bei nicht lebensbedrohlichen, aber dringenden Beschwerden, etwa hohem Fieber oder starken Schmerzen – also immer dann, wenn man nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten kann.
Bei lebensbedrohlichen Symptomen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder schweren Verletzungen gilt weiterhin: 112 wählen.
Um Patientinnen und Patienten besser zu steuern und Notaufnahmen zu entlasten, hat die Bundesregierung eine Notfallreform auf den Weg gebracht.
Dr. Baas sieht darin einen wichtigen Schritt: „Die Notfallreform legt einen Grundstein für eine bessere und vor allem passgenaue Versorgung. Durch die neue Akutleitstelle, die integrierten Notfallzentren und die Ersteinschätzung haben Hilfesuchende im gesundheitlichen Notfall schneller Klarheit und wissen, ob Abwarten, der Bereitschaftsdienst oder die Notaufnahme der richtige Schritt ist.“ So komme Hilfe genau dort an, wo sie gebraucht werde. „Das macht es für Patientinnen und Patienten leichter und entlastet die Mitarbeitenden in der Notfallversorgung."
116 117: bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden
112: bei akuter Lebensgefahr
Hausarztpraxis: bei planbaren oder weniger dringenden Anliegen
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