SeniorenGesundheit

Parkinson lässt sich beim Gesundheits-Check-up vorhersagen

Dr. Karen Zoufal  |  21.01.2021

Ein Forschungsteam aus Japan hat herausgefunden, dass sich der Blutdruck, der Cholesterinwert und der Anteil der Zellen im Blut lange vor dem Auftreten erster Parkinson-Symptome verändern. Diese Erkenntnis könnte eine frühzeitige Diagnose und Behandlung der Krankheit ermöglichen.

Arzt misst Blutdruck mit einer Oberarmmanschette.
Der Blutdruck kann offenbar Hinweise auf das Risiko für Parkinson geben.
© Sasha_Suzi/iStockphoto

In Japan gibt es jährliche Gesundheitsuntersuchungen, deren Daten vergangener Jahre die Forscher dazu benutzt haben, um bei 22 männlichen und 23 weiblichen Parkinson-Patienten frühe Anzeichen der Krankheit zu identifizieren. Im Vergleich zu gesunden Personen hatten Männer mit Parkinson schon lange vor dem Auftreten erster motorischer Auffälligkeiten niedrigere Werte für den Anteil der Zellen im Blut (Hämatokrit), Gesamt- und LDL-Cholesterin. Frauen mit Parkinson hatten im Vergleich zu Gesunden einen höheren Blutdruck. Die Studie wurde in dem Fachmagazin „Scientific Reports“ veröffentlicht.

„In dieser Studie haben wir festgestellt, dass Blutdruck, Hämatokrit und Cholesterinspiegel potenzielle Biomarker für die Parkinson-Krankheit sind, noch bevor die motorischen Symptome auftreten“, sagte Professor Masahisa Katsuno von der Nagoya Universität. „Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass allgemeine Gesundheitsuntersuchungen dazu beitragen können, frühe Anzeichen einer Parkinson-Krankheit zu erkennen.“

Lässt sich Parkinson verhindern?

Das Team führt jetzt klinische Studien durch, in denen Personen mit einem hohen Parkinson-Risiko identifiziert werden und untersucht wird, ob Medikamente die Entwicklung der Krankheit verhindern.

Parkinson ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste Erkrankung des Nervensystems. Sie wird durch einen Mangel des Botenstoffs Dopamin verursacht. Wenn motorische Symptome wie Zittern, Steifheit und langsame Bewegungen auftreten, haben meist schon mehr als die Hälfte aller Nervenzellen, die auf Dopamin reagieren, Schaden genommen. Andere Studien haben gezeigt, dass Symptome wie Verstopfung, bestimmte Schlafstörungen, eine Beeinträchtigung des Geruchssinns und Depressionen schon zehn bis 20 Jahre vor dem Auftreten motorischer Symptome auf Parkinson hindeuten.

Quelle: DOI 10.1038/s41598-020-77415-1

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