Überblick
Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der sich die Hautzellen deutlich schneller erneuern als gewöhnlich. Dadurch entstehen gerötete, schuppige Hautstellen, oft an Ellenbogen, Knien, Kopfhaut oder am unteren Rücken. Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten, oft beginnt sie aber zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr.
Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, aber Psoriasis gilt als Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem richtet sich gegen körpereigene Hautzellen – begünstigt durch Vererbung, Stress, Infekte oder bestimmte Medikamente.
Psoriasis ist nicht ansteckend und verläuft meist in Schüben, mit Phasen starker Symptome und dazwischen liegenden ruhigeren Zeiten. Bei manchen Menschen bleibt es bei wenigen kleinen Hautstellen, bei anderen breiten sich die Herde großflächig aus oder betreffen zusätzlich die Gelenke (Psoriasis-Arthritis).
In Deutschland leben etwa zwei Millionen Menschen mit Psoriasis – Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Obwohl Psoriasis nicht heilbar ist, stehen heute viele wirksame Behandlungen zur Verfügung, die die Symptome deutlich lindern und Schübe verhindern können.
Symptome
Psoriasis zeigt sich vor allem an der Haut, kann aber auch Nägel und Gelenke betreffen. Die Beschwerden sind unterschiedlich stark ausgeprägt und treten meist schubweise auf – manchmal ausgelöst durch Stress, Infekte oder Hautreizungen.
Typische Hautsymptome von Psoriasis
- Gerötete, scharf begrenzte Hautstellen (Plaques)
- Silbrig-weiße Schuppen auf den betroffenen Arealen
- Juckreiz, Brennen oder Spannungsgefühl
- Trockene, rissige Hautstellen, teils mit kleinen Einrissen
- Häufige Stellen: Kopfhaut, Ellenbogen, Knie, unterer Rücken
Weitere mögliche Symptome von Psoriasis
- Nagelveränderungen (Grübchen, Verdickungen, gelbliche Verfärbungen)
- Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit (Hinweis auf Psoriasis-Arthritis)
- In seltenen Fällen: großflächige Entzündungen der gesamten Haut (Psoriasis erythrodermica)
Die Symptome können kosmetisch belastend sein und zu sozialem Rückzug oder psychischen Belastungen führen – auch wenn die Erkrankung nicht ansteckend ist.
Verlauf
Psoriasis verläuft meist chronisch und in Schüben. Zwischen den akuten Phasen können die Beschwerden deutlich zurückgehen oder sogar ganz verschwinden. Auslöser für neue Schübe sind oft Stress, Infekte, Hautverletzungen oder bestimmte Medikamente.
Die Erkrankung kann sich im Laufe des Lebens verändern: Manche Betroffene haben über Jahre nur kleine Herde, bei anderen breiten sich die Hautveränderungen großflächig aus oder betreffen zusätzlich die Gelenke. Dabei unterscheidet man verschiedene Formen.
Häufige und besondere Erscheinungsformen:
- Psoriasis vulgaris (Plaque-Psoriasis): Klassische Form mit scharf begrenzten, schuppenden Hautstellen – an Kopfhaut, Ellenbogen, Knien und Rücken.
- Psoriasis guttata (Tropfen-Psoriasis): Viele kleine, runde Herde – oft nach einem Infekt, besonders bei Kindern und Jugendlichen.
- Psoriasis inversa: Befall von Hautfalten wie Achseln, Leisten oder Genitalbereich – meist ohne Schuppen, aber stark gerötet und empfindlich.
- Psoriasis pustulosa: Seltene Form mit eitrigen Bläschen – lokalisiert z. B. an Händen und Füßen oder großflächig.
- Psoriasis erythrodermica: Seltene, sehr schwere Verlaufsform mit fast vollständiger Rötung und Entzündung der Haut – medizinischer Notfall.
- Psoriasis-Arthritis: Gelenkbeteiligung bei etwa einem Drittel der Betroffenen – mit Schmerzen, Steifigkeit und möglichen Gelenkschäden.
Je früher die richtige Form erkannt wird, desto besser kann die Behandlung angepasst und so Schübe, Beschwerden und Spätfolgen reduziert werden.
Ursachen von Psoriasis
Die genauen Ursachen der Psoriasis sind noch nicht vollständig geklärt, aber Fachleute gehen davon aus, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und äußeren Auslösern eine Rolle spielt.
Bei Psoriasis richtet sich das Immunsystem irrtümlich gegen körpereigene Hautzellen. Dadurch erneuert sich die Haut viel zu schnell – und es entstehen die typischen Schuppenherde.
Was Psoriasis begünstigen oder verschlimmern kann
- Genetische Veranlagung – oft sind mehrere Familienmitglieder betroffen
- Infektionen – besonders Rachenentzündungen mit Streptokokken (häufig bei Psoriasis guttata)
- Stress – gilt als häufiger Schubauslöser
- Hautverletzungen – zum Beispiel durch Kratzen, Sonnenbrand oder OPs (Köbner-Phänomen)
- Bestimmte Medikamente – z. B. Betablocker, Lithium oder manche Schmerzmittel
- Hormonelle Veränderungen – z. B. in der Pubertät oder nach der Geburt
- Übergewicht, Alkohol und Rauchen – können Verlauf und Schweregrad beeinflussen
Diagnose
Die Diagnose einer Psoriasis wird in der Regel klinisch gestellt, also anhand des Erscheinungsbilds der Haut. Die typischen Merkmale wie scharf begrenzte Rötungen mit silbrig-weißen Schuppen, bevorzugt an bestimmten Körperstellen, geben oft schon einen deutlichen Hinweis.
Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis oder direkt eine Dermatologin, ein Dermatologe. Fachärzte für Hautkrankheiten können die Diagnose sichern und eine passende Behandlung einleiten.
Typische Schritte bei der Diagnosestellung:
- Hautuntersuchung durch den Arzt
- Befragung zur Krankheitsgeschichte und zu familiärer Vorbelastung
- Kratztest: Beim sanften Abtragen der Schuppen zeigen sich drei typische Reaktionen („Kerzenwachs-Phänomen“, „letztes Häutchen“, punktförmige Blutung)
- In unklaren Fällen oder zum Ausschluss anderer Hauterkrankungen (z. B. Neurodermitis, Pilzinfektionen) kann eine Hautbiopsie erfolgen.
Wenn Gelenkbeschwerden bestehen, kann zusätzlich eine Überweisung zur Rheumatologie oder eine Bildgebung wie Ultraschall oder MRT notwendig sein, um eine Psoriasis-Arthritis frühzeitig zu erkennen.
Therapie: So lässt sich Schuppenflechte behandeln
Psoriasis ist nicht heilbar, aber mit der richtigen Behandlung lassen sich Symptome deutlich lindern, Schübe verringern und die Lebensqualität verbessern. Die Therapie richtet sich nach Schweregrad, betroffener Körperregion und Form der Erkrankung.
Äußerliche Behandlung (Topische Therapie):
- Cremes, Salben oder Gele mit Kortison – entzündungshemmend, oft in Kombination mit Vitamin-D3-Präparaten
- Salicylsäure oder Harnstoff – zur Schuppenlösung und Hautpflege
- Calcineurinhemmer – z. B. bei empfindlichen Bereichen wie Gesicht oder Genitalregion
Lichttherapie (Phototherapie):
UVB-Licht oder PUVA (kombiniert mit einem Wirkstoff) – besonders wirksam bei großflächiger Hautbeteiligung. Sie wird in dermatologischen Praxen oder Kliniken durchgeführt
Systemische Therapie (Tabletten oder Spritzen):
- Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis oder Gelenkbeteiligung
- Biologika (z. B. Adalimumab, Secukinumab) – gezielte Antikörper gegen entzündliche Botenstoffe
- Tabletten wie Methotrexat, Apremilast oder Ciclosporin – breiter wirkende Medikamente
Ergänzende Maßnahmen:
- Pflegende Basissalben halten die Haut geschmeidig
- Stressabbau, Bewegung, gesunde Ernährung und Rauchstopp können sich positiv auf den Verlauf auswirken
Die Therapie ist immer individuell – was bei einer Person gut hilft, wirkt bei anderen vielleicht weniger. Eine gute Zusammenarbeit mit dem Dermatologen ist entscheidend.
Was die Apotheke rät
- Pflegeprodukte mit Harnstoff, Salicylsäure oder rückfettenden Wirkstoffen können helfen, Schuppen zu lösen und die Hautbarriere zu stärken.
- Bei rezeptpflichtigen Cremes oder Biologika unterstützt die Apotheke bei Lagerung, Anwendung und Nebenwirkungsmanagement.
- Lichtempfindlichkeit durch Medikamente? Fragen Sie nach Sonnenschutz und Pflege, die zur Behandlung passt.
- Nagelpflegeprodukte und spezielle Nagellacke können bei Nagelpsoriasis kosmetisch helfen.
- Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln können relevant sein – die Apotheke hilft beim sicheren Umgang.
Kurz zusammengefasst
- Psoriasis ist eine chronische, nicht ansteckende Hauterkrankung, die schubweise verläuft.
- Typisch sind gerötete, schuppende Hautstellen – häufig an Ellenbogen, Knien oder der Kopfhaut.
- Es gibt verschiedene Formen, auch mit Gelenkbeteiligung (Psoriasis-Arthritis).
- Die Behandlung reicht von Salben über Lichttherapie bis zu Biologika – individuell angepasst.
- Stress, Infekte oder bestimmte Medikamente können Schübe auslösen – konsequente Pflege und gute ärztliche Begleitung helfen.
zuletzt aktualisiert: 23.04.2026
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