BeratungGesundheit

Sanfte Mittel gegen einen trägen Darm

Apothekerin Katharina Eichenseer  |  16.03.2021

Menschen mit Diabetes haben oft das Problem, dass die Verdauung nicht mehr so reibungslos funktioniert. Es kann bis zu 72 Stunden von der Nahrungsaufnahme bis zur Ausscheidung dauern. Das ist sehr lang. Doch wer Abhilfe schaffen möchte, bekommt in der Apotheke Unterstützung.

Müsli-Schale mit Obst auf einem Tisch.
Ein Müsli mit Leinsamen, Haferflocken und Früchten enthält viele gesunde Ballaststoffe, die die Verdauung anregen.
© NataBene/iStockphoto

Ich rate meinen Kunden immer erst einmal zu nichtmedikamentösen Therapieoptionen. Zu den natürlichsten Möglichkeiten überhaupt gehören Quellstoffe wie Floh- oder Leinsamen, aber auch Weizenkleie. Sie erhöhen das Stuhlvolumen und regen die Verdauung an.

Die Quellstoffe enthalten viele Ballast- und Schleimstoffe. Sie binden Wasser und quellen im Fall von Flohsamen zum Beispiel auf das 40-Fache auf. Wichtig ist allerdings, ausreichend zu trinken. Sonst binden die Quellstoffe das wenige Wasser im Stuhl und verstärken eine Verstopfung noch. Ich empfehle diese Mittel nur Kunden, die wirklich 1,5 bis zwei Liter am Tag trinken. Außerdem: Flohsamen und Co. nicht zusammen mit Medikamenten einnehmen. Das könnte die Wirkstoffaufnahme behindern.

Auch der Füllstoff Macrogol kann viel Wasser binden. Das Molekül wird synthetisch hergestellt, wirkt aber dennoch sehr sanft. Ich empfehle Macrogol Menschen mit Diabetes sehr gern, weil es gut verträglich ist und kaum Nebenwirkungen zeigt – höchstens mal ein wenig Blähungen. Das Pulver lässt sich einfach in einem Glas Wasser auflösen. Bei starken Beschwerden kann man bis zu vier Tütchen am Tag verwenden. Die optimale Wirkung stellt sich nach zwei Tagen ein. Wenn die Beschwerden nachlassen, reichen ein bis zwei Beutelchen, die man dann aber auch bei Bedarf langfristig nehmen kann.

Von stärkeren Abführmitteln rate ich Menschen mit Diabetes in der Regel ab. Dazu gehören vor allem sogenannte natürliche Mittel wie Glaubersalz oder Sennesblätter, die aber sehr aggressiv wirken. Der Wirkstoff Bisacodyl, den es beispielsweise als Zäpfchen oder Tropfen gibt, wirkt sehr zuverlässig. Aber hier sprechen Patienten besser zuvor erst mit ihrem Arzt. Denn alle genannten Mittel können den Wasser- und Elektrolythaushalt stören. Besonders bei zusätzlich bestehenden Herz- oder Nierenbeschwerden ist das problematisch. Chronischer Gebrauch kann im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen führen.

Mein Tipp: Generell viele Ballaststoffe aufnehmen – am besten sind 30 bis 40 Gramm am Tag. Sie stecken in Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchten oder Obst. Eine kleine Portion Haferflocken enthält etwa fünf Gramm Ballaststoffe, ebenso eine Portion Brokkoli oder zwei dünne Scheiben Vollkornbrot. Morgens auf nüchternen Magen ein Glas Wasser kann den Darm ebenfalls anregen.

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