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Social distancing: Welche Maßnahmen die Corona-Ausbreitung am besten reduzieren

27.03.2020

Schulschließungen, Homeoffice, Abstandhalten, Quarantäne: Für alle diese Maßnahmen, die die Distanz zwischen Menschen vergrößern und die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 reduzieren sollen, hat sich der englische Begriff „social distancing“ etabliert. Wie gut diese Vorkehrungen wirken, schätzt eine Studie am Beispiel von Singapur.

Abstand halten, wie hier ein Plakat der Stadt Nürnberg verdeutlicht, ist das Gebot der Stunde, um die Verbreitung von Sars-CoV-2 aufzuhalten.
Abstand halten, wie hier ein Plakat der Stadt Nürnberg verdeutlicht, ist das Gebot der Stunde, um die Verbreitung von Sars-CoV-2 aufzuhalten.
© iStock.com/franconiaphoto

Die Modellstudie, die die Situation in Singapur simuliert, kommt zu dem Ergebnis, dass eine Kombination aus Quarantäne für infizierte Menschen und deren Kontaktpersonen, Schulschließung und Abstand halten am Arbeitsplatz die Anzahl der Erkrankungen am stärksten reduzieren würde.

Im schlimmsten Szenario, bei hoher Ansteckungsrate und ohne Schutzmaßnahmen, gehen die Forscher in der 6-Millionen-Stadt von 1,2 Millionen Infizierten innerhalb von 80 Tagen aus. Je nach unterschiedlich eingeschätzter Infektiosität ließe sich mit den social distancing Vorkehrungen ein großer Teil der Ansteckungen verhindern:

  • Wenn von einer niedrigen Infektiosität des Virus ausgegangen wurde, würden die Fälle laut Modell um 99,3 Prozent reduziert,
  • bei mittlerer Infektiosität um 93,0 Prozent und
  • bei hoher Ansteckungsrate um 78,2 Prozent.

Das letztgenannte Beispiel würde für Singapur konkret bedeuten, dass statt der 1,2 Millionen nur 258.000 Infizierte in Kauf genommen werden müssten, heißt es im Fachblatt The Lancet Infectious Diseases.

Die nächstbeste Option war in dem Modell die Isolierung von Kranken und deren Kontaktpersonen zusammen mit Arbeitsplatzmaßnahmen, gefolgt von Quarantäne plus Schulschließung. Am wenigsten effektiv war Quarantäne allein, aber alle Szenarien reduzierten die Fallzahlen wirksamer, als wenn keine Maßnahmen ergriffen würden.

Die im Journal „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichte Studie ist die erste ihrer Art, die diese Optionen für eine frühzeitige Intervention mithilfe von Simulationen untersucht – Singapur steht noch am Anfang der Ausbreitung. Bisher werden dort nur Kranke und deren Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt sowie die allgemeine Empfehlung ausgesprochen, sich am Arbeitsplatz zu distanzieren. Die Schulen wurden noch nicht geschlossen (Stand: 23.03.2020).

ZOU

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