Schon lange ist bekannt, dass Solarien mit Hautkrebs in Zusammenhang stehen. Doch immer wieder argumentieren Betreiber, dass Solarien nicht schädlicher seien als Sonnenlicht. Dies wurde nun wohl durch Erbgutanalysen einzelner Pigmentzellen der Haut von 26 Freiwilligen widerlegt. Denn die Untersuchungen zeigten: Das Erbgut in den Hautzellen von Solariumbesuchern wies fast doppelt so viele Mutationen auf wie das von Personen, die nie im Solarium waren. Zudem analysierte das Forschungsteam Daten von etwa 6.000 Menschen, von denen die Hälfte Solarien nutzte.
Nicht nur mehr Mutationen, sondern auch großflächiger
Bei den Solariumbesuchern fanden sich die Mutationen auch in Körperregionen, die normalerweise vor der Sonne geschützt sind – also auf größeren Hautbereichen. „Bei Sonneneinstrahlung im Freien werden etwa 20 Prozent der Haut am stärksten geschädigt. Bei Solariumbesuchern sahen wir dieselben gefährlichen Mutationen auf fast der gesamten Hautoberfläche. Selbst in normaler Haut von Solariumbesuchern – also in Bereichen ohne Muttermale – fanden wir DNA-Veränderungen, die Vorläufermutationen darstellen und eine Veranlagung für Melanome begünstigen. Das wurde noch nie zuvor gezeigt“, erklärte Prof. Dr. Pedram Gerami, Onkologe an der Northwestern University in Chicago, in einer Mitteilung zur Veröffentlichung.
Fast dreimal so viele Melanome
Schon früher war Gerami eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Frauen unter 50 Jahren mit mehreren Melanomen in der Vorgeschichte aufgefallen. Das brachte ihn auf die Spur der Solarien. Ein Vergleich mit Gleichaltrigen ohne Solariennutzung zeigte: Unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Sonnenbrand in der Vorgeschichte und familiärer Vorbelastung war die Solariennutzung mit einem 2,85-fach höheren Risiko für schwarzen Hautkrebs verbunden. Die Melanome befanden sich zudem häufiger an sonnengeschützten Körperstellen wie dem unteren Rücken und dem Gesäß.
Krebsgefahr genauso hoch eingestuft wie durch Rauchen oder Asbest
Gerami sagte: „Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Solarien als genauso krebserregend wie Rauchen und Asbest eingestuft.“ Er rät allen, die in jungen Jahren häufig Solarien genutzt haben, das Hautkrebs-Screening regelmäßig wahrzunehmen.
Quelle: DOI 10.1126/sciadv.ady4878