Süßgetränke sind mit Übergewicht und Diabetes verbunden. Fachleute sehen in einer Steuer ein sinnvolles Mittel zur Prävention. Was dahinter steckt.

Süßgetränkesteuern können den Konsum zuckerhaltiger Getränke senken und damit zur Vorbeugung von Übergewicht und Diabetes beitragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Stellungnahme, an der über 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligt waren. Darauf weist die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) hin. Die Datenlage sei eindeutig, dass regelmäßiger Konsum zuckerhaltiger Getränke mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist.
Dazu zählt unter anderem ein erhöhtes Risiko für Übergewicht und Adipositas. Auch der Zusammenhang mit Diabetes gilt als gut belegt. „Regelmäßiger Konsum von zuckergesüßten Getränken erhöht das Risiko für die Entstehung von Typ-2-Diabetes erheblich“, erklärt Prof. Dr. med. Julia Szendrödi von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).
Die Zahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf: „Ein Viertel aller Erwachsenen in Deutschland hat Adipositas, Tendenz steigend“, sagt Prof. Dr. med. Matthias Blüher von der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG). Besonders bei jungen Erwachsenen ist die Entwicklung auffällig: In den vergangenen 20 Jahren habe sich die Häufigkeit von Adipositas in dieser Altersgruppe verdreifacht.
Eine Süßgetränkesteuer allein wird die Entwicklung nicht umkehren können. Fachleute sehen sie jedoch als wichtigen Teil einer umfassenden Präventionsstrategie. „Die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig: Es ist Zeit zu handeln, nun müssen Taten folgen“, sagt Barbara Bitzer, DANK. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken habe sich bereits für die Süßgetränkesteuer ausgesprochen und damit Weitsicht bewiesen. DANK weist darauf hin: Auch die FinanzKommission Gesundheit empfehle zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge die Einführung einer Süßgetränkesteuer.
Aus anderen Ländern gäbe es klare Hinweise darauf, dass Süßgetränkesteuern die Zuckeraufnahme verringerten. Menschen griffen seltener zu stark gezuckerten Getränken, wenn diese teurer werden. Zudem zeigten Studien, dass sich die Entwicklung von Übergewicht dadurch verlangsamen kann.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), die Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), die Deutsche Gesellschaft für Public Health (DGPH) und viele weitere Organisationen stehen hinter der Stellungnahme.
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