MedizinGesundheit

US-Behörde genehmigt ersten monoklonalen Antikörper für Katzen

ZOU  |  18.01.2022

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat erstmals ein Medikament zur Behandlung von schmerzenden Gelenken für Katzen und andere Tierarten zugelassen, das auf einem monoklonalen Antikörper basiert. Solche gentechnisch hergestellten Antikörper-Präparate kommen beim Menschen z.B. gegen Krebs oder neuerdings auch Covid-19 zum Einsatz.

Katze liegt auf dem Schoß eines Menschen.
Katzen haben heute eine höhere Lebenserwartung. Damit gehen jedoch Alterserkrankungen wie Gelenkverschleiß einher.
© iStock.com/Jevtic

Der monoklonale Antikörper namens Frunevetmab wurde im Labor entwickelt und speziell angepasst, damit er von Katzen gut vertragen wird. Er bindet an ein Protein namens Nervenwachstumsfaktor (NGF), das an der Regulierung von Schmerzen beteiligt ist. Dadurch wird bei einer Gelenkentzündung verhindert, dass das Schmerzsignal zum Gehirn gelangt.

„Die Behandlungsmöglichkeiten für Katzen mit Osteoarthritis sind sehr begrenzt. Fortschritte in der modernen Veterinärmedizin haben dazu beigetragen, das Leben von Katzen und anderen Tieren zu verlängern. Aber mit einem längeren Leben kommen chronische Krankheiten wie Osteoarthritis. Dies ist die erste Behandlungsoption, die Katzen mit dieser Erkrankung Linderung verschafft und ihre Lebensqualität erheblich verbessern kann“, erläuterte Dr. Steven M. Solomon, Direktor des Zentrums für Veterinärmedizin der FDA.

Die klinischen Studien für den Nachweis der Wirksamkeit waren nicht ganz einfach, denn die Schwere chronischer Schmerzen bei Katzen ist schwierig einzuschätzen. Tierärzte beurteilten die Wirkung durch orthopädische Untersuchungen vor und nach der Behandlung. Die Besitzer der Katzen gaben außerdem an, wie gut ihre Katzen z. B. auf Möbel springen konnten, die Katzentoilette benutzten oder ihr Fell pflegten. Dies gelang den behandelten Tieren im Vergleich zu einer Kontrollgruppe besser. Nebenwirkungen waren Erbrechen, Durchfall, Schmerzen an der Injektionsstelle, Schorfbildung an Kopf und Hals, Hautentzündungen und juckende Haut, jedoch fielen diese relativ mild aus und erforderten keinen Abbruch der Behandlung.

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