Alternative TherapieGesundheit

Wärme gegen Rückenschmerz

Pharmazeutin Jasmin Bönninghausen  |  01.02.2023

Fast jeder hatte schon mal "Rücken". Meistens liegt es an Verspannungen der Muskulatur. Oft lindert schon Wärme die Beschwerden.

Älterer Mann, wärmt sich den Nacken mit einer Wärmflasche.
Mithilfe einer Wärmflasche lassen sich muskuläre Verspannungen oft gut behandeln.
© lakshmiprasad S/iStockphoto

Die meisten von uns kennen es: Eine Nacht falsch gelegen, zu lange im Büro gesessen, die schwere Tasche ungünstig gehoben und schon macht sich der Rücken schmerzhaft bemerkbar. Doch den Beschwerden muss man nicht gleich mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac zu Leibe rücken. Oft reicht schon die lokale Anwendung von Wärme, um die Symptome effektiv zu  lindern. Die Muskulatur entspannt sich, wird besser durchblutet und infolgedessen nimmt auch der Schmerz ab. 

Eine Möglichkeit, den Rücken zu wärmen: ein warmes Vollbad. Dabei die Temperatur nicht zu heiß einstellen. Das gilt besonders für Personen mit Kreislaufproblemen wie etwa niedrigem Blutdruck. Fehlt die Badewanne in den eigenen vier Wänden, verschafft auch eine warme Dusche Linderung. Dafür mit dem Wasserstrahl der Brause für einige Minuten mit mäßigem Druck die betroffene Stelle massieren.

Wärmeflasche und Pflaster

Ein wenig länger dauert es mit der Wärmezufuhr, wenn man sich mit einer Wärmflasche oder einem zuvor in der Mikrowelle aufgeheizten Wärmekissen auf der betroffenen Rückenpartie auf das Sofa legt. Durch die Ruhe und Wärme entspannt sich die Muskulatur und der Schmerz lässt nach. Die Rückenmuskeln anschließend durch sanfte Bewegungen mobilisieren, um auf diese Weise einer Rückkehr der Symptome entgegenzuwirken.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, stehen Wärmepflaster aus der Apotheke zur Verfügung. Sie verbleiben, je nach Art des Pflasters, über mehrere Stunden an der gleichen Körperregion. Es gibt zwei Arten, wie sie die Wärme erzeugen. Variante eins sorgt für Wärme von außen. Das Pflaster enthält mehrere Kammern, die ein Eisengranulat enthalten. Kommt es mit dem Sauerstoff der Luft in Kontakt, reagieren beide miteinander. Dies setzt Wärme frei. Auch Personen mit empfindlicher Haut dürfen sie verwenden. Je nach Produkt bleiben sie acht bis zwölf Stunden gleichmäßig warm. Wichtig: Die luftdichte Verpackung erst unmittelbar vor Beginn der Behandlung öffnen. Die Pflaster lassen sich nur einmal verwenden und werden nach der Behandlung per Hausmüll entsorgt. Variante zwei: Capsaicin enthaltende Pflaster oder Salben. Diese Substanz kommt in der Natur in verschiedenen Paprika-Arten vor. Auf die Haut aufgetragen verursacht Capsaicin eine lokale Reizung. Die Haut reagiert darauf mit einer starken Rötung und einem brennenden Gefühl. Die für das Schmerzempfinden zuständigen Nervenfasern überreizen dabei, sodass sie für eine gewisse Zeit keine Signale mehr weiterleiten. Der Schmerz verschwindet. Zusätzlich entspannt sich die Muskulatur durch die entstandene Wärme. Capsaicin enthaltende Pflaster verbleiben, je nach Produkt, ein bis zwölf Stunden an der entsprechenden Stelle. Personen mit besonders empfindlicher Haut sollten Pflaster und Salben zuerst an einer kleinen Stelle testen. Die Wärmewirkung tritt jedoch zeitverzögert auf. Um sicherzugehen, sollte man mindestens 60 Minuten warten, bevor man nach einem Probeversuch die Produkte großflächig anwendet.

Wichtig: Beim Auftragen der Salben und Pflaster möglichst Einmalhandschuhe tragen, um den Kontakt des Capsaicins mit empfindlichen Körperstellen wie den Augen zu vermeiden. Alternativ nach der Anwendung die Hände gründlich waschen.

Nicht immer hilft Wärme

Personen mit Diabetes und ältere Menschen sollten bei Wärmebehandlungen etwas vorsichtiger sein. Viele Diabetiker können Temperatur nicht mehr so gut wahrnehmen. Wärmebehandlungen führen bei ihnen im Extremfall sogar zu Verbrennungen. Und mit dem Alter reagiert die Haut empfindlicher auf höhere Temperaturen. Generell eignet sich die Wärmetherapie nicht bei Entzündungen, also wenn sich die betroffene Stelle am Rücken gerötet oder verdickt hat. Hier bieten sich dann eher Kühlpacks an, um die Beschwerden zu lindern. Um in der Nacht keine "Hitze-Überraschung" zu erleben, Wärmepflaster und -salben nicht kurz vor dem Schlafengehen verwenden.

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