Wie hängen Zwiebeln und Diabetes zusammen?
Wer den Geruch und Geschmack von Zwiebeln mag, hat möglicherweise ein geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck. Genau diesen Zusammenhang haben Forscher jetzt entdeckt. Wer jetzt häufiger zu Zwiebeln greift, sollte daraus allerdings keine falschen Schlüsse ziehen: Die Studie zeigt nicht, dass Zwiebeln vor Krankheiten schützen.
Stattdessen rückt sie einen anderen Faktor in den Mittelpunkt: unsere Gene. Sie beeinflussen, wie wir Gerüche und Geschmäcker wahrnehmen und welche Lebensmittel wir mögen. Genau diese genetischen Unterschiede könnten gleichzeitig mit dem Risiko für bestimmte Krankheiten zusammenhängen.
Studie betrachtet mehr als 160.000 Menschen
Für die Untersuchung werteten die Wissenschaftler die Daten von mehr als 160.000 Männern und Frauen im Alter zwischen 37 und 73 Jahren aus einer britischen Gesundheitsdatenbank aus. Neben genetischen Informationen lagen auch Angaben zu den Vorlieben für 140 verschiedene Lebensmittel vor.
Die Forscher analysierten 325 Gene, die mit Geruchs- und Geschmackssinn in Verbindung stehen. Besonders auffällig war eine Variante eines Geruchsrezeptor-Gens, die häufiger bei Menschen vorkam, die Zwiebeln mögen.
Warum die Gene so wichtig sind
Anschließend verglichen die Wissenschaftler diese Genvariante mit großen genetischen Datensätzen zu verschiedenen Erkrankungen. Dabei zeigte sich: Träger dieser Variante erkrankten seltener an Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Gene direkt schützen oder dass Zwiebeln das Risiko senken. Wahrscheinlich spielen weitere biologische Zusammenhänge eine Rolle, die bislang noch nicht vollständig verstanden sind.
Zusammenhang, aber kein Beweis
Die Ergebnisse liefern keine Empfehlung, mehr Zwiebeln zu essen, um Diabetes vorzubeugen. Sie zeigen vielmehr, dass unser Geschmackssinn und unsere genetische Ausstattung enger mit der Gesundheit verbunden sein könnten als bisher angenommen.
Die im Fachjournal BMC Medicine veröffentlichte Studie versteht sich deshalb vor allem als neuer Ansatz, die komplexen Beziehungen zwischen Ernährung, Genetik und chronischen Erkrankungen künftig besser zu erforschen.
Quelle: DOI 10.1186/s12916-026-04966-x