Zollinger-Ellison-Syndrom

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  30.12.2025 00:00 Uhr

Das Zollinger-Ellison-Syndrom ist eine seltene Erkrankung, bei der Tumoren im Magen-Darm-Bereich oder in der Bauchspeicheldrüse zu einer übermässigen Produktion des Hormons Gastrin führen. Dies bewirkt eine starke Übersäuerung des Magens und führt zu wiederkehrenden Geschwüren und Verdauungsbeschwerden.

Krankheitsbild

Das Zollinger-Ellison-Syndrom gehört zu den seltenen hormonellen Erkrankungen. Es ist gekennzeichnet durch sogenannte Gastrinome. Dies sind Tumoren, die das Hormon Gastrin in grossen Mengen ausschütten. Dies steigert die Magensäureproduktion massiv. In der Folge treten schwer behandelbare Magengeschwüre und Beschwerden im oberen Verdauungstrakt auf. Die Erkrankung trifft vor allem Patienten im mittleren Erwachsenenalter, kann aber auch jüngere Menschen betreffen.

Symptome/Verlauf

Die Beschwerden ähneln zunächst denen einer gewöhnlichen Magenschleimhautentzündung oder eines Magengeschwürs. Typisch ist jedoch, dass die Symptome trotz Behandlung immer wiederkehren oder besonders schwer verlaufen. Häufig entwickeln sich mehrere Geschwüre gleichzeitig. Der Verlauf ist chronisch, und ohne gezielte Behandlung können die Beschwerden zunehmen.
Zu den typischen Symptome zählen:

  • brennende oder stechende Schmerzen im Oberbauch
  • wiederkehrende Durchfälle durch die Übersäuerung des Darms
  • Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit
  • ungewollter Gewichtsverlust

Folgen/Komplikationen

Unbehandelt kann das Zollinger-Ellison-Syndrom zu schweren Komplikationen führen. Dazu gehören grossflächige Magengeschwüre, Blutungen im Verdauungstrakt oder sogar ein Durchbruch der Magenwand. Auch eine Verengung des Magenausgangs durch Narbenbildung ist möglich. In manchen Fällen können die Tumoren bösartig sein und Metastasen bilden, was die Prognose verschlechtert.

Ursachen/Risikofaktoren

Die Ursache sind Gastrin-produzierende Tumoren, meist in der Bauchspeicheldrüse oder im Zwölffingerdarm. In seltenen Fällen tritt das Syndrom im Rahmen einer erblichen Erkrankung auf, der sogenannten multiplen endokrinen Neoplasie Typ 1. Risikofaktoren sind daher vor allem genetische Veranlagung und familiäre Häufung.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Die Behandlung erfolgt durch Medikamente, die die Magensäureproduktion hemmen, vor allem Protonenpumpenhemmer. In manchen Fällen ist eine Operation zur Entfernung der Tumoren möglich.
Das kann man selbst tun: Hilfreich sind eine magenschonende Ernährung, Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie regelmässige ärztliche Kontrollen. Grenzen liegen dort, wo die Beschwerden trotz Medikamenten bestehen bleiben oder Komplikationen wie Blutungen auftreten. Dann ist eine spezialisierte ärztliche Behandlung unbedingt erforderlich.

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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