Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Luftverschmutzung lässt Gehirn altern

Aktuelles

Fußgängerzone im Gegenlicht/Zwielicht, im Vordergrund junge Frau

Das Leben in Ballungsräumen bringt es mit sich, dass Mensch verstärkt Feinstaub von Auto- und Industrieabgasen ausgesetzt sind.
© Creativemarc - Fotolia

Sa. 25. April 2015

Luftverschmutzung lässt das Gehirn schneller altern

Feinstaub in der Luft kann langfristig dazu beitragen, dass sich das Gehirn in seiner Struktur verändert. Das kann die Denkleistung beeinträchtigen und Hirnschäden nach sich ziehen. Wissenschaftlern aus den USA zufolge entspricht dieser Effekt der Hirnalterung.

Anzeige

"Selbst bei niedrigen Konzentrationen kann Luftverschmutzung langfristig schädlich für das Gehirn sein", sagt Studienleiterin Elisa H. Wilker vom Beth Israel Deaconess Medical Center und der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston. Dies gelte besonders für ältere Menschen und selbst für jene, die relativ gesund seien, berichtet die Wissenschaftlerin gemeinsam mit Kollegen online in der Fachzeitschrift Stroke. Der Studie zufolge hatten Personen, die in Regionen mit höherer Luftverschmutzung lebten, ein geringeres Hirnvolumen und eine höhere Gefahr für eine bestimmte Form des stillen Schlaganfalls. Studien hätten diese kleinen Infarkte, die typischerweise in tieferen Regionen des Gehirns lokalisiert seien, mit Nerven-Veränderungen, einer schlechteren Denkleistung und Demenz in Zusammenhang gebracht, so Wilker. Der Effekt der Luftverschmutzung auf die Bewohner einer Großstadt entspreche etwa dem von einem Jahr Hirnalterung.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler anhand von über 900 Studienteilnehmern, die in der Region von Boston, New England und New York lebten, untersucht, wie sich feinste Staubpartikel auf das Gehirn auswirken. Hierfür stellten sie fest, wie weit von Hauptverkehrsstraßen entfernt die Teilnehmer wohnten und nutzten Satellitenbilder, um die Belastung mit Feinstaub-Partikeln festzustellen. Ihr Interesse galt vor allem den sogenannten PM2,5, also besonders kleinen Partikeln mit einem Durchmesser von weniger 2,5 Mikrometern. Diese stammen aus einer Vielzahl von Quellen, darunter Kraftwerken, Fabriken, Autos und dem Verbrennen von Holz. Sie sind gesundheitsschädlich, weil sie besonders tief in die Lunge eindringen können.

In Deutschland gilt Stuttgart als die Stadt mit der größten Feinstaubbelastung, wie aus einer aktuellen Stellungnahme des Bundesumweltministeriums hervorgeht. Danach folgen München, Reutlingen, Düren und Kiel.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Warum Frauen öfter Migräne haben

Die Hormone könnten dabei eine wichtige Rolle spielen.

Wo sich Keime im Flugzeug wohl fühlen

Auf bestimmten Oberflächen tummeln sich besonders viele Erreger.

Warum Handys die Augen schädigen

Blaues Licht zerstört offenbar Zellen im Auge, die für das Sehen zuständig sind.

Eltern sind wichtiger als Freunde

Das gilt auch für junge Erwachsene, wie eine neue Studie zeigt.

Vielseitige Ernährung nicht immer gesund

Wer sich vielseitig ernährt, nimmt häufig auch mehr Kalorien zu sich.

Alkohol macht Lust auf Ungesundes

Bier, Wein & Co wirken sich auch auf unsere Ernährungsgewohnheiten aus.

Neues Medikament beugt Herzinfarkt vor

Der Wirkstoff greift Darmbakterien an, die an Herz-Kreislauf-Krankheiten beteiligt sind.

Bakterien trotzen Desinfektionsmittel

Krankenhauskeime werden zunehmend resistent gegenüber Desinfektionsmitteln.

Psychische Krankheit wegen Virus?

Ein Herpesvirus könnte für Depressionen und bipolare Störungen verantwortlich sein.

Pflegende Angehörige schlafen oft schlecht

9 von 10 Menschen, die ihre demenzkranken Angehörigen pflegen, leiden unter Schlafmangel.

Kopfverletzung: Bluttest statt CT?

Der Test liefert deutliche Hinweise auf schwere Komplikationen wie Hirnblutungen.

Länger ansteckend bei Übergewicht?

Das Körpergewicht könnte für die Verbreitung der Grippe eine Rolle spielen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen