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„Abnehmspritze“ hilft auch gegen Schlafapnoe

ZOU  |  25.06.2024

Erstmals hat ein Medikament zur Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe eine Wirksamkeit gezeigt. Es handelt sich um den Wirkstoff Tirzepatid, der bereits zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und starkem Übergewicht eingesetzt wird und der als „Abnehmspritze“ bekannt ist. Er reduzierte die Atemaussetzer im Schlaf deutlich.

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Starkes Schnarchen wird oft von behandlungsbedürftigen Atemaussetzern begleitet - der Schlafapnoe.
© Foto: istock/Wavebreakmedia

Im „New England Journal of Medicine“ berichtet eine internationale Forschungsgruppe, dass Tirzepatid bei stark übergewichtigen Teilnehmenden die Anzahl der Atemaussetzer im Schlaf im Schnitt etwa um die Hälfte verringerte – bei Placebo-Behandlung waren sie nur um etwa zehn Prozent zurückgegangen. Einige Teilnehmende erreichten mit Tirzepatid sogar eine Wirkung, die eine Maske überflüssig machen könnte. Letztere hält im Schlaf die Atemwege durch einen kontinuierlichen Luftdruck offen. Fachleute sprechen von einer CRAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure). Darüber hinaus reduzierte die medikamentöse Behandlung das Körpergewicht und weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die häufigste Nebenwirkung waren leichte Magenprobleme.

„Diese Studie stellt einen bedeutenden Meilenstein in der Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe dar und bietet eine vielversprechende neue Therapieoption, die sowohl Atemwegs- als auch Stoffwechselkomplikationen behandelt. Wir glauben, dass die Kombination von CPAP-Therapie und Gewichtsverlust optimal ist, um das kardiometabolische Risiko und die Symptome zu verbessern“, sagte Prof. Dr. Atul Malhotra von der Universität Kalifornien in San Diego. „Tirzepatid kann auch auf bestimmte zugrunde liegende Mechanismen der Schlafapnoe abzielen, was möglicherweise zu einer individuelleren und wirksameren Behandlung führt.“

Die Phase-III-Studie umfasste 469 Personen mit Adipositas, die auch eine mittelschwere bis schwere obstruktive Schlafapnoe hatten. Sie wurde über 52 Wochen an Standorten in neun verschiedenen Ländern durchgeführt, darunter Deutschland.

Bei obstruktiver Schlafapnoe (OSA) kommt es im Schlaf immer wieder zu Phasen mit unregelmäßiger Atmung oder Atempausen. Ursache dafür ist meist, dass die Rachenmuskulatur im Schlaf erschlafft und die Atemwege blockiert. Häufig empfinden Betroffene den Schlaf als nicht erholsam. OSA kann zu einem niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut führen und geht häufig mit Bluthochdruck und Herzkrankheiten einher.

Quelle: DOI: 10.1056/NEJMoa2404881

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