Eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) beginnt oft schon im Kindesalter – doch wirkt sie bis ins Erwachsenenleben nach? Eine große Studie aus Südkorea hat untersucht, wie sich eine ADHS-Diagnose und eine Behandlung mit Methylphenidat in der Kindheit auf Körpergröße und Body-Mass-Index (BMI) im Erwachsenenalter auswirken. Dieser wird aus Körpergröße und Gewicht errechnet.
ADHS im Kindesalter: Große Studie mit Langzeitblick
Dafür hatte das Forschungsteam Daten von 34.850 jungen Menschen im Alter von 6 bis 19 Jahren analysiert: Dabei betrachtete es, ob eine ADHS-Diagnose vorlag, ob die Betroffenen mit Methylphenidat behandelt wurden und wie sich Körpergröße und BMI im Erwachsenenalter entwickelten.
Höherer BMI im Erwachsenenalter bei früher ADHS-Diagnose
Die Auswertung zeigte: Kinder, die vor der Pubertät eine ADHS-Diagnose erhalten hatten, wiesen als Erwachsene einen höheren BMI auf als Gleichaltrige ohne ADHS. Dieser Zusammenhang war besonders ausgeprägt bei Personen, die als Kinder mit Methylphenidat behandelt worden waren.
Hinweise auf geringere Körpergröße
Neben dem höheren BMI fiel ein weiterer Unterschied zur Vergleichsgruppe ohne ADHS-Diagnose auf: Erwachsene, die als Kind diagnostiziert worden waren und Methylphenidat bekamen, hatten ein größeres Risiko für Übergewicht und eine geringe Körpergröße.
Forschungsteam empfiehlt engmaschige Beobachtung
Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass ihre Studie auf ein erhöhtes Risiko für Übergewicht bei Kindern mit ADHS – insbesondere mit Methylphenidat-Therapie – hinweist. Aufgrund möglicher Zusammenhänge mit der Körpergröße empfehlen sie, das Wachstum während der Therapie regelmäßig zu beobachten. Allerdings ist wichtig: Die Studie zeigt statistische Zusammenhänge, kann jedoch keine Aussagen über direkte Ursachen treffen.
Quelle: DOI 10.1001/jamanetworkopen.2025.52019