ArzneimittelGesundheit

Antibiotika könnten Darmkrebs begünstigen

Dr. Karen Zoufal  |  05.07.2021

Neue Studienergebnisse deuten an, dass Antibiotika insbesondere bei Personen unter 50 Jahren das Risiko für Dickdarmkrebs erhöhen können. Die auf dem Weltkongress für Krebs des Verdauungstrakts präsentierten Ergebnisse wecken Bedenken angesichts eines Anstiegs des Antibiotikaverbrauchs um 65 Prozent innerhalb von 15 Jahren.

Junge Frau, nimmt Tablette.
Antibiotika sollten nur zum Einsatz kommen, wenn sie unbedingt notwendig sind.
© fizkes/iStockphoto

Die Verwendung von Antibiotika war in allen untersuchten Altersgruppen mit einem höheren Risiko für Dickdarmkrebs verbunden. Bei den unter 50-Jährigen war es um fast 50 Prozent erhöht, während es bei den über 50-Jährigen nur um 9 Prozent höher war. Besonders Sulfonamide in Kombination mit Trimethoprim und Chinolone gingen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs einher.

„Unseres Wissens ist dies die erste Studie, die den Einsatz von Antibiotika mit dem wachsenden Risiko für früh einsetzenden Dickdarmkrebs in Verbindung bringt – einer Krankheit, die in den letzten zwei Jahrzehnten mit einer Rate von mindestens drei Prozent pro Jahr zugenommen hat. Fast Food, zuckerhaltige Getränke, Alkohol und Fettleibigkeit dürften zu diesem Anstieg beigetragen haben, aber unsere Daten zeigen, wie wichtig es ist, eine unnötige Einnahme von Antibiotika zu vermeiden, insbesondere bei Kindern und jungen Erwachsenen“, sagte Sarah Perrott von der Universität Aberdeen.

Aus den Ergebnissen lässt sich noch nicht ableiten, ob Antibiotika die Ursache für Darmkrebs sind. Das Forschungsteam will nun herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Antibiotika und Veränderungen der Darmflora gibt, die gerade jüngere Menschen anfälliger für Krebs machen können. Weltweit wird jährlich bei etwa zwei Millionen Menschen Dickdarmkrebs diagnostiziert. Jüngere Menschen im Alter bis 40 Jahre haben oft eine schlechtere Prognose als ältere Menschen, da bei ihnen der Krebs meist erst in einem späteren Stadium diagnostiziert wird.

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