MedizinGesundheit

Darmkrebsfälle nehmen zu – Früherkennung immer wichtiger

ZOU  |  09.11.2022

Dickdarmkrebs betrifft vor allem ältere Menschen. Durch den demographischen Wandel rechnen Fachleute mit einer starken Zunahme der Fälle, wenn nicht deutlich mehr Menschen eine Darmspiegelung zur Früherkennung durchführen lassen.

Portrait von mittelaltem Paar
Männer haben ab 50 Jahre Anspruch auf eine Vorsorge-Darmspiegelung, Frauen ab 55 Jahre.
© PeopleImages/iStockphoto

Aufgrund einer Auswertung von Daten der AOK aus den vergangenen Jahren schätzen Fachleute, dass die jährliche Krankheitslast durch Dickdarmkrebs von etwa 62.000 Fällen im Jahr 2020 auf voraussichtlich mehr als 75.000 Fälle bis 2050 zunehmen wird. Das liegt daran, dass diese Krebsart besonders ältere Menschen betrifft, deren Anzahl zunimmt. Darmspiegelungen können die Krankheitslast erheblich senken – aber nur, wenn deutlich mehr Menschen das Angebot nutzen. Um der zusätzlichen Krankheitslast durch den demografischen Wandel entgegenzuwirken, müssten etwa dreimal so viele Menschen wie derzeit eine Darmspiegelung zur Früherkennung durchführen lassen, haben Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „The Lancet regional health“ berechnet: Dadurch würden jährlich etwa 11.200 Männer und 7.000 Frauen vor einer Krebserkrankung bewahrt.

Dickdarmkrebs ist in Deutschland die dritthäufigste Krebserkrankung. Da er vor allem ältere Menschen betrifft, wird Männern ab 50 und Frauen ab 55 Jahren eine Darmspiegelung (Koloskopie) zur Früherkennung empfohlen. Bei dieser Untersuchung können Darmpolypen, aus denen sich Krebs entwickeln kann, direkt entfernt oder Gewebeproben entnommen werden. Seit der Einführung der Früherkennung von Dickdarmkrebs per Koloskopie im Jahr 2002 haben die Erkrankungsraten um rund 20 Prozent abgenommen. Trotzdem nutzt bisher weniger als ein Fünftel der Menschen dieses Angebot: Nur acht Prozent der jüngeren Berechtigten nehmen es wahr. Am häufigsten lassen 60- bis 69-Jährige eine Koloskopie zur Früherkennung durchführen, aber selbst in dieser Altersgruppe sind es nur 17 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen. Stuhltests werden ähnlich selten eingesetzt.

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