Im Internet kursieren viele vermeintlich gute Geheimtipps, was bei geschwollenen, geröteten und müden Augen helfen kann. Manche davon können dem Auge jedoch schaden. Apothekerin Friederike Habighorst-Klemm, Vorstandsmitglied und Patientenbeauftragte des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg LAV, kennt viele Hausmittel aus ihren Kundengesprächen und kann Wattebäuschen, getränkt mit kalter Milch oder Tee, über Eiswasser-Kompressen bis hin zur Hämorrhoiden-Salbe bei Tränensäcken oder Augenringen nur abraten.
Kompressen mit Tee, Milch oder Eiswasser ungeeignet
Bestünden bereits Reizungen, sollte man vorsichtig sein, was man am und im Auge verwendet. Denn gerade die Augen seien ein fein eingestelltes, empfindliches System mit einem bestimmtem ph-Wert. „Weder Milch noch Tee entsprechen dieser Zusammensetzung und im schlimmsten Fall können sogar Keime und Partikelchen ins Auge geraten“, sagt Habighorst-Klemm.
Als erste Hilfe kann eine kühle Kompresse bei müden, geröteten Augen angewendet werden. Die Apothekerin rät jedoch von Eis oder Eiswasser ab: „Die Haut am Auge ist extrem dünn und damit sehr empfindlich. Schnell kann es zu Kältereizungen kommen, auf die das Auge mit Schwellung reagieren kann“, sagt die Apothekerin.
Warum Hämorrhoidensalbe nicht unter die Augen gehört
Am abwegigsten sei der Tipp, dass Hämorrhoidensalbe bei dunklen Augenringen helfen soll. Die Apothekerin warnt: „Unsere Augen sind empfindlich und eines unserer wichtigsten Sinnesorgane. Salben, die für die Anwendung im Intimbereich gedacht sind, haben am Auge nichts zu suchen. Es kann im schlimmsten Fall zu starken Reizungen und Entzündungen kommen.“
Das kann gegen müde Augen helfen
Ursachen für dunkle Augenringe sind häufig familiäre Veranlagung, Übermüdung oder Erschöpfung. Apothekerin Habighorst-Klemm rät beispielsweise zu erfrischenden Augengelen. Außerdem sollte ausreichend Wasser getrunken werden. Zusätzlich helfe mitunter ein entspannender Spaziergang an der frischen Luft, so werden alle Zellen wieder mit genug Sauerstoff versorgt.