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Calcium kann die Gefahr für Darmpolypen erhöhen

05.03.2018

Präparate mit Calcium zur Nahrungsergänzung – ob mit oder ohne Vitamin D - könnten die Gefahr erhöhen, dass sich bei vorbelasteten Menschen im Darm Polypen bilden. Anlass zu dieser Vermutung gibt eine aktuelle Studie aus den USA.

Calcium-Präparate erhöhen das Risiko für Darmpolypen.
Vorbelastete Patienten sollten Calcium am besten nicht ohne ärztliche Absprache einnehmen.
© olly - Fotolia.com

Darmpolypen sind gutartige Geschwulste im Dickdarm, die bösartig werden können, wenn sie nicht entfernt werden. Die Studienautoren hatten sich speziell mit serratierten Adenomen befasst, die weniger häufig vorkommen als die klassischen Adenome, aber ebenfalls als Krebsvorstufe gelten. Wie sie in der Fachzeitschrift Gut berichten, zeigte sich während der Behandlungsphase zunächst kein Effekt von Calcium oder Vitamin D auf das Vorkommen dieser Polypen. In der anschließenden Beobachtungsphase, sechs bis zehn Jahre nach Behandlungsbeginn, konnten die Wissenschaftler jedoch ein erhöhtes Risiko für solche Polypen bei Teilnehmern feststellen, die Calcium alleine oder in Kombination mit Vitamin D eingenommen hatten. Dies galt besonders für Frauen und Raucher. Vitamin D alleine stand dagegen nicht mit dem Auftreten serratierter Polypen in Zusammenhang. Darüber hinaus scheinen sich die Ergebnisse nur auf calciumhaltige Nahrungsergänzungsmittel zu beziehen, nicht auf Calcium aus der Ernährung.

Die Forscher raten zu weiteren Studien, um ihre Ergebnisse zu bestätigen und betonen, dass jedes mögliche Risiko gegen den Nutzen abgewogen werden müsse. In der Zwischenzeit empfehlen sie Patienten, bei denen schon einmal serratierte Polypen aufgetreten sind, speziell Frauen und Rauchern, die Einnahme von Calcium-Präparaten vorab mit einem Arzt zu besprechen. Die Wissenschaftler hatten über 2.000 Patienten zwischen 45 und 75 Jahren, bei denen schon einmal ein Polyp entfernt worden war und die sich deshalb nach drei bis fünf Jahren einer Koloskopie unterziehen mussten, in vier Gruppen eingeteilt. Diese erhielten drei bis fünf Jahre lang entweder täglich Calcium, Vitamin D, beides oder keines von beidem. Weitere drei bis fünf Jahre nach dem Ende der Behandlung wurden die Studienteilnehmer erneut untersucht.

HH

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