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Depression in der Jugend erhöht das Risiko für 66 Krankheiten

Dr. Karen Zoufal  |  14.12.2020

Kinder und Jugendliche, die unter einer Depression leiden, erkranken im späteren Leben mit höherer Wahrscheinlichkeit auch an anderen chronischen Krankheiten. Auch ihr Risiko für einen vorzeitigen Tod ist erhöht. Das zeigt eine große Beobachtungsstudie aus Schweden.

10-jähriger Junge, schaut traurig aus dem Fenster.
Depressionen, die schon in jungen Jahren auftreten, können offenbar Folgekrankheiten nach sich ziehen.
© ipolonina/iStockphoto

Die Studie ergab, dass Kinder und Jugendliche mit Depressionen ein höheres Risiko hatten, später an 66 von 69 untersuchten Erkrankungen zu leiden, darunter Schlafstörungen, Typ-2-Diabetes,sowie Nieren- und Lebererkrankungen. Im Vergleich zu Menschen ohne Depression hatten sie auch ein höheres Verletzungsrisiko, darunter durch Selbstverletzung, und ein fast sechsmal höheres Risiko für einen vorzeitigen Tod. Dies berichten die Forscher des Karolinska Instituts in Stockholm in der Zeitschrift „JAMA Psychiatry“.

Die Ergebnisse zeigten auch Geschlechtsunterschiede: Beispielsweise erkrankten Frauen mit früh einsetzender Depression vermehrt an Harn-, Atemwegs- und Magen-Darm-Infektionen und verletzten sich häufiger. Männer hatten dagegen häufiger Schilddrüsenprobleme, entzündliche Bindegewebserkrankungen, Fettleibigkeit und Ekzeme.

Mehr Missbrauch von Drogen- und Medikamenten

Da es sich um eine Beobachtungsstudie gehandelt hat, ist noch nicht klar, wie die Verbindung zwischen Depressionen und anderen Erkrankungen zustande kommt. Ein Teil des Zusammenhangs ließ sich durch andere gleichzeitig bestehende psychiatrische Erkrankungen erklären, insbesondere Missbrauch von Drogen und Medikamenten sowie Angstzustände.

Die Forscher beobachteten für die Studie fast 1,5 Millionen schwedische Mädchen und Jungen, von denen bei mehr als 37.000 im Alter zwischen 5 und 19 Jahren mindestens einmal eine Depression diagnostiziert wurde. Zum Ende der Studie waren sie zwischen 17 und 31 Jahre alt.

Sarah E. Bergen von der Abteilung für Medizinische Epidemiologie und Biostatistik des Karolinska Instituts folgerte aus den Ergebnissen: „Die Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, dass diese Kinder und Jugendlichen die notwendige Hilfe erhalten, und dass das medizinische Personal nachfolgende psychiatrische und somatische Erkrankungen überwacht.“

DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2020.3786

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