Selbstverletzung: Gefährdete Kindern und Jugendlichen besser erkennen

ZOU

Eine Studie in dem Fachblatt „Pediatrics“ beschreibt vier Profile, die Medizinern dabei helfen können, Kinder mit einem erhöhten Risiko für Selbstverletzung besser zu erkennen. Die Profile könnten andere Bewertungsverfahren ergänzen.

Junge, schaut verzweifelt in die Kamera.
Jungen zwischen 10 und 13 Jahren mit ADHS haben einer Studie zufolge ein erhöhtes Risiko für selbstverletzendes Verhalten.
© ipolonina/iStockphoto

Anhand der Beobachtung von 1.098 Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 18 Jahren ließen sich folgende Profile festmachen:

  • Ein sehr hohes Risiko hatten Jungen zwischen 10 und 13 Jahren mit ADHS, bipolarer Störung, Autismus-Spektrum-Störung und anderen Entwicklungsstörungen.
  • Ebenfalls ein hohes Risiko hatten Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren mit Depressionen und Angstzuständen in Verbindung mit Substanzmissbrauch und traumatisch bedingten Störungen. Auch Persönlichkeits- und Essstörungen waren für dieses Profil von Bedeutung.
  • Ein mittleres Risiko hatten Heranwachsende mit depressiven Symptomen.
  • Niedrig war das Risiko bei Kindern im Alter von 5 bis 9 Jahren ohne psychische Erkrankung, Traumata und ohne Stimmungs-, Verhaltens-, psychotische, Entwicklungs- oder substanzbezogene Störungen.

„Vorherzusagen, bei welchen Kindern in der Notaufnahme das Risiko für eine Selbsttötung oder selbstverletzendes Verhalten besteht, ist äußerst schwierig. Unsere Studie bietet einen neuartigen Ansatz, der das gesamte medizinische und psychiatrische Profil des Kindes berücksichtigt und bewertet“, sagte Prof. Dr. James Antoon vom Monroe Carell Jr. Kinderkrankenhaus in Vanderbilt. Sein Kollege Mert Sekmen ergänzte: „Es gibt viele interagierende Faktoren bei Kindern mit Selbstverletzungsereignissen, die von individueller, familiärer und sozialer Unterstützung bis hin zu bestimmten Lebensereignissen reichen. Psychiatrische Diagnosen sind ein bekannter Risikofaktor für Selbstverletzung. Beispielsweise haben 70 Prozent der Kinder, die durch Suizid sterben, mehr als zwei psychiatrische Diagnosen.“

Quelle: DOI 10.1542/peds.2022-059817

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