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Selbstverletzung in der Jugend: Wer besonders gefährdet ist

Dr. Karen Zoufal  |  18.06.2021

Forscher haben zwei Untergruppen von Jugendlichen identifiziert, die ein hohes Risiko haben, sich selbst zu verletzen – dazu zählt beispielsweise das „Ritzen“ mit einem Messer. Es ist sogar möglich, dies schon fast zehn Jahre vor dem Beginn der Selbstverletzungen zu erkennen. Das ermöglicht ein frühzeitiges Eingreifen.

Junge mit Schulranzen, sitzt allein auf einer Mauer, Rückenansicht.
Risikofaktoren für selbstverletzendes Verhalten zeigen sich oft schon bis zu zehn Jahre vor dem Beginn.
© vejaa/iStockphoto

Laut der Studie tragen zwei Gruppen junger Menschen ein höheres Risiko, sich selbst zu verletzen: Zur ersten gehörten erwartungsgemäß Kinder und Jugendliche mit Anzeichen für Depressionen, die Probleme mit ihren Familien und Freunden hatten und gemobbt wurden. Überraschend für die Forscher war, dass eine viel größere Gruppe ohne diese üblichen Merkmale ebenfalls verstärkt zu Selbstverletzungen neigte. Zu ihnen zählten junge Menschen, die besonders risikobereit und impulsiv waren. In beiden Gruppen hatten die Kinder und Jugendlichen häufiger Schlafprobleme und ein geringes Selbstwertgefühl.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass man schon bis zu zehn Jahre vorab erkennen kann, welche Kinder am stärksten gefährdet sind. Dr. Duncan Astle von der Universität Cambridge sagte: „Derzeit ist die Herangehensweise, abzuwarten, bis die Probleme eskalieren. Stattdessen brauchen wir viel mehr Erkenntnisse, damit wir Kinder und Jugendliche identifizieren können, die in Zukunft am stärksten von psychischen Problemen bedroht sind. Dies bietet uns die Möglichkeit, proaktiv zu sein und Schwierigkeiten zu minimieren, bevor sie beginnen.“

Zur Vorbeugung könnte man beispielsweise das Selbstwertgefühl jüngerer Kinder stärken, Anti-Mobbing-Maßnahmen, Selbsthilfe- und Problemlösungs- oder Konfliktregelungsprogrammen in Schulen einführen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift „Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry“ veröffentlicht.

Quelle: 10.1016/j.jaac.2021.03.010

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