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Diät: Wie sich Kaloriensparen auf den Darm auswirkt

PZ/NK  |  10.07.2021

Eine Diät mit sehr wenigen Kalorien verändert das Darmmikrobiom offenbar deutlich, wie eine aktuelle Studie zeigt. Es entwickle sich ein „hungriges Mikrobiom“, das die Nahrungsaufnahme im Darm und somit den Energiehaushalt nachhaltig beeinflusse.

Frau, zeigt anhand dem Bund ihrer Jeans, wie viel sie abgenommen hat.
Eine Diät mit sehr wenigen Kalorien verändert die Bakteriengemeinschaft im Darm.
© Nestea06/iStockphoto

Was wir essen, wirkt sich ganz wesentlich auf die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft im Darm aus. Welche Folgen hat es also, wenn die Ernährung umgestellt und Kalorien eingespart werden? Einer neuen Studie zufolge verändert eine stark kalorienreduzierte Diät die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm und den Energiehaushalt nachhaltig. Dies berichten Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der University of California in San Francisco im Fachjournal „Nature“.

Die Arbeitsgruppe untersuchte über 16 Wochen die Auswirkungen einer Diät bei insgesamt 80 Frauen nach der Menopause, die leicht bis stark übergewichtig waren. Die Frauen nahmen während dieser vier Monate entweder durch eine sogenannte Formuladiät – mithilfe von Fertiggetränken mit weniger als 800 Kilokalorien pro Tag – unter ärztlicher Aufsicht ab oder hielten ihr Gewicht konstant. Eine regelmäßige Analyse des Stuhls der Probandinnen zeigte, dass die Diät die Anzahl der Mikroorganismen im Darm senkte und die Zusammensetzung der Darmflora veränderte. „Wir konnten beobachten, wie die Bakterien ihren Stoffwechsel umstellen, um vermehrt Zuckerverbindungen aufzunehmen, die dem Menschen dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Man kann sagen, es entwickelt sich ein hungriges Mikrobiom“, erläutert Erstautor Dr. Reiner Jumpertz von Schwartzenberg die Beobachtungen laut einer Pressemitteilung der Charité.

Anschließend übertrugen die Wissenschaftler Stuhlproben, die sie jeweils vor und nach der Diät gesammelt hatten, auf Mäuse ohne eigene Darmflora. Daraufhin verloren die Mäuse, die den nach der Diät entnommenen Stuhl erhielten, innerhalb von zwei Tagen mehr als 10 Prozent ihrer Körpermasse. Eine Transplantation von Stuhl, der vor der Diät entnommen wurde, blieb hingegen ohne Effekt.

Aus der Studie könnten sich mögliche Therapieoptionen für Stoffwechselerkrankungen wie Fettleibigkeit oder Diabetes ergeben, heißt es in der Pressemitteilung. Das Team gehe daher nun der Frage nach, wie sich die Darmbakterien beeinflussen lassen könnten, um beim Menschen vorteilhafte Effekte für das Körpergewicht und den Stoffwechsel zu bewirken.

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