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Die wichtigsten Tipps zu Reiseimpfungen

04.02.2013

Jeder Mensch sollte vier Mal im Leben eine Impfdosis gegen Kinderlähmung (Polio) bekommen haben. Das sagte Professor Dr. Thomas Weinke aus Potsdam auf einer internationalen Apothekerfortbildung in Davos, Schweiz. Zwar ist Polio in weiten Teilen der Welt ausgerottet, allerdings in Krisengebieten wie Afghanistan oder Nigeria durchaus aktuell und kann von dort immer wieder eingeschleppt werden. Weinke gab weitere Empfehlungen zu Impfungen vor Reisen.

Krankenschwester impf Frau in den Oberarm
Zu den Standardimpfungen vor außereuropäischen Reisen zählt die Hepatitis-A-Impfung.
© Adam Gregor - Fotolia
  • Hepatitis A gehört zu den Standardimpfungen vor jeder außereuropäischen und mancher südeuropäischen Reise, obwohl die Durchseuchung mit zunehmendem Hygienestandard in den Reiseländern abnimmt.
  • Gegen Hepatitis B kann gleichzeitig geimpft werden, wiewohl die Empfehlung von einigen Fachgesellschaften nur noch für Risikogruppen gegeben wird. Während Hepatitis A durch schlechte Hygiene auf Toiletten und in Küchen übertragen wird, kann man sich mit Hepatitis B nur durch Blut- oder Sexualkontakte anstecken – was bei einem Klinikaufenthalt im Ausland gegeben sein kann.
  • Typhus wird zwar oft lediglich für Risikogruppen empfohlen, dazu gehören nach Weinke auch Rucksackreisende und Reisende, die länger als vier Wochen unterwegs sind. Letztlich kann die Infektion aber jeden treffen: Auch der Serviceangestellte im 5-Sternehotel hat sich vielleicht mal nicht die Hände gewaschen, gab Weinke zu bedenken. Geimpft wird entweder mit einer Spritze oder mit einem Schluckimpfstoff. Für beide Impfstoffe gibt es gute Argumente. Zusätzlich gegen Paratyphus wirkt nur die Schluckimpfung.

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Impfung müsse man sich immer zwei Fragen stellen: Wie häufig ist die Erkrankung, und wie schlimm kann sie werden? Selten, aber absolute medizinische Notfälle sind:

  • Meningitis und Tollwut: Bei der Meningitis-Impfung wird für Reisende ein anderer Impfstoff verwendet als der in Deutschland bei Kindern benutzte, betonte Weinke. Die Erreger sind von Kontinent zu Kontinent unterschiedlich.
    Tollwut verläuft fast immer tödlich. Sogar in Mitteleuropa gibt es noch Tollwut – bei Fledermäusen. Hohes Tollwut-Risiko herrscht in Mittel- und Südeuropa, in Afrika und in Asien. Wer von einem tollwutkranken Tier gebissen wurde, muss unmittelbar in ein medizinisches Zentrum, das ein Gegenserum führt. Wer nicht sicher ist, immer ein solches Zentrum auf Reisen in der Nähe zu haben, sollte sich impfen lassen. Wegen des aufwändigen Impfschemas rechtzeitig daran denken!
  • Japanische Encephalitis: Die Impfung wird bei Reisen in ländliche Gebiete Asiens und längeren Reisen empfohlen.
  • Gelbfieber: Impfung nach Risikoeinschätzung durch den Impfarzt.
  • Malaria: Gegen die durch Mücken übertragene Malaria kann man nicht impfen. Man kann jedoch vorsorglich Medikamente einnehmen, die das Ausbrechen der Erkrankung im eigenen Körper verhindern. Je nach Risiko im Reiseland reichen Maßnahmen gegen Mückenstiche. Mückenlotionen, bedeckende Kleidung (eventuell mit Repellentien imprägniert) und Moskitonetze sind erste Wahl. Wirkungen von Vitamin B oder Knoblauch sind nicht bewiesen. Eine Prophylaxe durch Medikamenteneinnahme hängt sehr vom Reiseland ab. Ein Muss ist sie beispielsweise für Westafrika.
  • Cholera: Eine Impfung hält Weinke für weitgehend überflüssig.

Apothekerin Jutta Petersen-Lehmann

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