Cholera

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  19.03.2026 00:00 Uhr

Cholera ist eine Durchfallerkrankung, die durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst wird. Die Krankheit kommt vor allem in Regionen mit mangelhafter Hygiene vor. Jedes Jahr erkranken rund 1,3 bis 4 Millionen Menschen an Cholera, zwischen 21.000 und 143.000 sterben daran. Man kann sich über mit Cholera-Bakterien verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel, insbesondere Meeresfrüchte, anstecken.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Cholera ist Infektion des Darms, die durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst wird. Die meisten Menschen, die mit dem Erreger in Kontakt kommen, erkranken nicht. In manchen Fällen kann eine Infektion jedoch zu schweren, wässrigen Durchfällen und Erbrechen führen. Die Krankheit kommt vor allem in Regionen mit mangelhafter Hygiene vor. Man kann sich über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel, insbesondere Meeresfrüchte, anstecken. Bei frühzeitiger und richtiger Behandlung können selbst schwer erkrankte Patienten Cholera überleben.

Symptome / Verlauf

Bei vielen Infizierten macht sich eine Cholera-Infektion überhaupt nicht bemerkbar. Sie können aber andere Menschen damit anstecken. In manchen Fällen kann Cholera aber zu schweren Symptomen führen. Typisch sind dann ein massiver, häufig reiswasserartiger Durchfall und starkes Erbrechen. Anders als bei vielen anderen Infektionskrankheiten haben Betroffene meist kein Fieber. Die Inkubationszeit beträgt etwa ein bis fünf Tage.

Folgen / Komplikationen

Der Durchfall kann mit einem starken Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten einhergehen. Bis zu einem Liter Wasser inklusive Mineralstoffe gehen so mitunter pro Stunde verloren. Der Mangel an Elektrolyten führt häufig zu Wadenkrämpfen. Durch den hohen Wasserverlust kommt es ausserdem schnell zu einem Blutdruckabfall und erhöhtem Pulsschlag. Unbehandelt kann eine schwere Dehydrierung zu Nierenversagen, Kreislaufschock und Koma führen oder sogar tödlich enden. Eine Dehydrierung macht sich oft durch Herzrasen, geringere Elastizität der Haut, trockene Schleimhäute und niedrigen Blutdruck bemerkbar.

Ursachen / Risikofaktoren

Nach Aufnahme von Cholera-Bakterien produzieren diese im Dünndarm ein Toxin, das den Zellstoffwechsel durcheinanderbringt und starken wässrigen Durchfall verursacht. Dieser kann durch massiven Flüssigkeits- und Salzverlust lebensbedrohlich werden. Besonders gefährdet für einen schwereren Verlauf sind Kleinkinder und ältere Menschen sowie Personen mit verminderter Magensäure und Menschen mit Blutgruppe O. Der Flüssigkeitsverlust stellt insbesondere für Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen ein erhöhtes Risiko dar.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Vor allem muss der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten ausgeglichen werden. Dies kann durch Trinken entsprechender Lösungen geschehen oder durch Infusionen. Zusätzlich können Ärzte Antibiotika verschreiben. Cholera-Fälle müssen ausserdem an das Gesundheitsamt gemeldet werden.
Das kann man selbst tun: Da Hygiene bei der Verbreitung von Cholera eine grosse Rolle spielt, sollte man sich in Gebieten mit Ansteckungsgefahr an die allgemeinen Hygienemassnahmen halten. Das betrifft den Umgang mit Lebensmitteln und Trinkwasser wie auch die Hand - und Körperhygiene. Deshalb gilt:
-kein unbehandeltes Wasser trinken
-Auf Eiswürfel in Getränken besser verzichten
-Keine rohen oder ungenügend erhitzen Meeresfrüchte essen. Auch Fisch und Fleisch nur gekocht oder gebraten verzehren
-Obst und Gemüse ebenfalls besser nur geschält, gekocht oder gegart verzehren
Es gibt auch eine Impfung gegen Cholera. Für die meisten Reisenden gibt es allerdings keine Empfehlung vonseiten der Ständigen Impfkommission.

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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