Wie gefährlich ist E. coli für Neugeborene?
Das Darmbakterium Escherichia coli (E. coli) gehört bei vielen Menschen zur normalen Darmflora. Für Neugeborene kann es jedoch problematisch werden: Etwa eines von 1.000 Babys erkrankt schwer an einer solchen Infektion. Entscheidend ist dabei, wie gut das Immunsystem des Kindes bereits vorbereitet ist – und hier spielt die Mutter eine zentrale Rolle.
Antikörper in der Schwangerschaft: Der natürliche Schutzschild
Während der Schwangerschaft gibt die Mutter wichtige Antikörper an ihr ungeborenes Kind weiter. Diese schützen das Baby in den ersten Lebenswochen vor Krankheitserregern. Die Studie zeigt: Babys, die schwer erkrankten, hatten deutlich weniger dieser schützenden Antikörper im Blut.
Dr. Sing Sing Way vom Kinderkrankenhaus in Cincinnati erklärt: „Die Antikörper, die durch die Anwesenheit dieser häufigen Bakterien in unserem Darm gebildet werden, schützen uns vor Infektionen. In der Schwangerschaft bekämpft die natürliche Übertragung solcher keimbekämpfenden Antikörper von der Mutter auf das ungeborene Kind die allermeisten Infektionen.“ In seltenen Fällen, in denen diese Antikörper bei der Mutter zu niedrig seien oder nicht effizient übertragen würden, sei das Infektionsrisiko für das Baby deutlich höher, so der Arzt.
Neue Erkenntnisse aus der Forschung: Probiotika im Fokus
Spannende Hinweise liefern Tierversuche. Forschende arbeiteten mit speziell gezüchteten Mäusen, die keine eigenen Antikörper gegen E. coli besitzen. Bekamen Muttertiere vor der Trächtigkeit ein Probiotikum mit dem Stamm E. coli Nissle 1917, bildeten sie schützende Antikörper. Diese wurden an die Jungtiere weitergegeben – und die Neugeborenen waren deutlich besser vor Infektionen geschützt.
Früherkennung und Prävention: Was künftig möglich ist
Die Forschenden planen, einen Test zur Früherkennung zu entwickeln, um Neugeborene mit dem höchsten Risiko für schwere E.-coli-Infektion zu identifizieren. Dann könnten die Mütter vorbeugend ein passendes Probiotikum einnehmen.