E. coli-Infektion bei Neugeborenen: Wie Antikörper der Mutter schützen

Dr. Karen Zoufal  |  23.03.2026 15:09 Uhr

Warum erkranken manche Neugeborene schwer an einer Infektion mit dem Darmkeim Escherichia coli und andere nicht? US-Forschende gingen dieser Frage nach und berichten in der Fachzeitschrift „Nature“, dass die meisten Babys durch Antikörper von ihren Müttern immun sind.

Mutter mit Neugeborenem
Während der Schwangerschaft, nimmt das Kind viele Schutzstoffe der Mutter auf.
© Galina Zhigalova/iStockphoto

Wie gefährlich ist E. coli für Neugeborene?

Das Darmbakterium Escherichia coli (E. coli) gehört bei vielen Menschen zur normalen Darmflora. Für Neugeborene kann es jedoch problematisch werden: Etwa eines von 1.000 Babys erkrankt schwer an einer solchen Infektion. Entscheidend ist dabei, wie gut das Immunsystem des Kindes bereits vorbereitet ist – und hier spielt die Mutter eine zentrale Rolle.

Antikörper in der Schwangerschaft: Der natürliche Schutzschild

Während der Schwangerschaft gibt die Mutter wichtige Antikörper an ihr ungeborenes Kind weiter. Diese schützen das Baby in den ersten Lebenswochen vor Krankheitserregern. Die Studie zeigt: Babys, die schwer erkrankten, hatten deutlich weniger dieser schützenden Antikörper im Blut.

Dr. Sing Sing Way vom Kinderkrankenhaus in Cincinnati erklärt: „Die Antikörper, die durch die Anwesenheit dieser häufigen Bakterien in unserem Darm gebildet werden, schützen uns vor Infektionen. In der Schwangerschaft bekämpft die natürliche Übertragung solcher keimbekämpfenden Antikörper von der Mutter auf das ungeborene Kind die allermeisten Infektionen.“ In seltenen Fällen, in denen diese Antikörper bei der Mutter zu niedrig seien oder nicht effizient übertragen würden, sei das Infektionsrisiko für das Baby deutlich höher, so der Arzt. 

Neue Erkenntnisse aus der Forschung: Probiotika im Fokus

Spannende Hinweise liefern Tierversuche. Forschende arbeiteten mit speziell gezüchteten Mäusen, die keine eigenen Antikörper gegen E. coli besitzen. Bekamen Muttertiere vor der Trächtigkeit ein Probiotikum mit dem Stamm E. coli Nissle 1917, bildeten sie schützende Antikörper. Diese wurden an die Jungtiere weitergegeben – und die Neugeborenen waren deutlich besser vor Infektionen geschützt.

Früherkennung und Prävention: Was künftig möglich ist

Die Forschenden planen, einen Test zur Früherkennung zu entwickeln, um Neugeborene mit dem höchsten Risiko für schwere E.-coli-Infektion zu identifizieren. Dann könnten die Mütter vorbeugend ein passendes Probiotikum einnehmen.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast

Im Fokus diesmal: Schwangerschaften und Alterung, PSA-Wert zur Prostatakrebs-Früherkennung und das…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben