Säuglinge, deren Mütter sich in der Schwangerschaft gegen Keuchhusten impfen ließen, haben auch in der Nasenschleimhaut die Antikörper – also genau da, wo die Erreger in den Körper eindringen. Auf dieses Studienergebnis weist die Charité Universitätsmedizin Berlin hin.
Keuchhusten und die Keuchhusten-Impfung
Keuchhusten (Pertussis) ist eine hochansteckende bakterielle Infektion der Atemwege, die für Säuglinge lebensbedrohlich sein kann. Nach der Geburt ist das Immunsystem noch nicht vollentwickelt – allerdings geben Mütter Antikörper an das Ungeborene weiter. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission bereits seit 2020 Frauen die Impfung zum Beginn ihres letzten Schwangerschaftsdrittels. Auch Babys erhalten im Idealfall drei Impfdosen, beginnend frühestens ab dem zweiten Lebensmonat, um einen eigenen Schutz aufzubauen.
In der Schwangerschaft gegen Keuchhusten oder Tetanus geimpft
Für die Studie wurden 160 Mutter-Baby-Paare in Gambia untersucht: Dabei hatten die Frauen schon in der Schwangerschaft entweder eine Keuchhusten- oder eine Tetanus-Impfung erhalten. Acht Wochen nach der Geburt der Babys nahm das Forschungsteam dann Proben von Blut und aus der Nase. Es stellte fest: Die Babys der Mütter, die die Keuchhusten-Impfung erhalten hatten, hatten auch Antikörper gegen das Erregerbakterium sowohl im Blut als auch auf der Nasenschleimhaut. Letzteres überraschte das Forschungsteam.
Keuchhusten-Impfung schützt „doppelt“
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Impfung in der Schwangerschaft Säuglinge in ihrer anfälligsten Lebensphase doppelt schützt“, folgert Professor Beate Kampmann von der Charité in der Mitteilung. Die Impfrate ist nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts seit 2021 gestiegen – allerdings lässt sich auch seit 2023 nur etwa jede zweite Schwangere gegen Keuchhusten impfen.
DOI: 10.1016/j.lanmic.2025.101219