Die Studie deutet darauf hin, dass ein Ungleichgewicht bestimmter Nährstoffe mit Müdigkeit und sinkender Motivation zusammenhängen kann. Bei rund 600 gesunden Erwachsenen wurden die Blutwerte für Homocystein, Vitamin B12 und Folat gemessen. Gleichzeitig bewerteten die Teilnehmenden ihre Müdigkeit und Motivation über Fragebögen. Die Untersuchung erschien im Fachjournal Nutrients. Es ergaben sich folgende Ergebnisse:
Personen mit höheren Homocystein-Werten hatten niedrigere Vitamin‑B12‑ und Folatspiegel.
Bei Männern war ein hoher Wert für Homocystein mit stärkerer körperlicher Müdigkeit verbunden.
Bei Frauen zeigte sich ein Zusammenhang mit geringerer Motivation.
Homocystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die im Rahmen des Stoffwechsels vom Körper gebildet wird. Sie gilt als Zellgift, das rasch wieder abgebaut werden muss. Dabei helfen unter anderem Folat und Vitamin B12. Fehlen diese Vitamine, steigt der Homocystein-Spiegel an.
Homocystein auch mit Müdigkeit verbunden
Bisher wurde ein erhöhter Wert vor allem mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz oder Knochenbrüchen in Verbindung gebracht. Die neuen Daten legen nahe, dass auch Müdigkeit und Antrieb eine Rolle spielen, zumindest als statistischer Zusammenhang. Die Teilnehmenden waren gesund; die Ergebnisse lassen sich deswegen nicht automatisch auf Menschen mit Erkrankungen übertragen. Die Bewertung von Müdigkeit erfolgte zudem über Selbstauskünfte, die subjektiv sein können.
Ausgewogen ernähren
Die Ergebnisse sprechen dafür, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, um mögliche Vitaminmängel zu vermeiden. Vitamin B12 steckt zum Beispiel in Fleisch, Fisch, Milch und Eiern. Gute Quellen für Folat sind laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung grünes Gemüse wie Spinat und Salate, Tomaten, Hülsenfrüchte, Nüsse, Sprossen und Vollkornprodukte, Kartoffeln, Leber und Eier.
Ob eine gezielte Supplementierung Müdigkeit lindern kann, wurde in der Studie nicht untersucht. Generell zeigt die Untersuchung Zusammenhänge auf, aber keine Ursachen. Müdigkeit kann viele Gründe haben. Wer Beschwerden hat, sollte sich deswegen nicht selbst therapieren, sondern ärztlichen Rat einholen.
Quelle: DOI 10.3390/nu18060941